Immer nur du: Immer nur du - Teil 2

Erschienen: 12/2015
Serie: Immer nur du
Teil der Serie: 2

Genre: Contemporary Romance, New Adult
Zusätzlich: Vanilla
Seitenanzahl: 200


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-205-0
ebook: 978-3-86495-206-7

Preis:
Print: 9,90 €[D]
ebook: 2,99 €[D]

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Immer nur du: Immer nur du - Teil 2


Inhaltsangabe

Nach einer leidenschaftlichen Nacht mit Kelly scheut Josh davor zurück, ihre innige Freundschaft zu zerstören. Er will die Sache am liebsten vergessen, doch jeder Blick Kellys ist voll süßer Versprechungen. Josh kann einfach nicht von ihr lassen.
Doch Kelly steht ihr eigenes Misstrauen im Weg, und Joshs Zögern, ihre Beziehung öffentlich zu machen, lassen sie an seinen Gefühlen zweifeln.

Teil 2 des Zweiteilers "Immer nur du".

Über die Autorin

Die Autorin wurde 1977 in einer schwäbischen Kleinstadt geboren und lebt heute glücklich mit Mann und Kind in einem idyllischen Dörfchen nahe der Donau. Lange Jahre arbeitete sie als Erstkraft in der Parfümerie einer Einzelhandelskette. Ein Beruf, den sie für...

Weitere Teile der Immer nur du Serie

Leseprobe

Okay, vielleicht würde der Abend doch kein kompletter Reinfall werden. Shannons und Kyles Streitereien konnten recht erheiternd sein, solange sie von Seitenhieben unter der Gürtellinie absahen. In der Zwischenzeit kam auch Danielle wieder zurück, mit verdächtig rot geschwollenen Lippen und einem leicht verklärten Ausdruck in den Augen. Ich hob demonstrativ die Augenbrauen, als sich unsere Blicke trafen, doch sie zog es vor, meinen stummen Fragen aus dem Weg zu gehen, und setzte sich neben Kyle, der sie mit einem Augenzwinkern begrüßte.
Nach kurzer Zeit trat Nash auf die kleine Bühne, die sich im hinteren Teil der Bar befand, und kündigte...

...die erste Gesangsdarbietung an. Wir konzentrierten uns also auf Mr. Higgings, der mit dem Mikro in der Hand und fest auf den Bildschirm gerichtetem Blick John Denvers Country Roads zum Besten gab.
Ich unterdrückte mühsam ein Kichern. Mr. Higgins konnte keinen Ton halten, doch er sang mit so viel Liebe und Enthusiasmus, dass er am Ende frenetischen Applaus erntete. Danach folgten andere und als Mona Lisa Smiling – kein Witz, sie hieß tatsächlich so – ihre Interpretation von Sias Titanium begann und dabei eine wirklich Talent bewies, fing ich an, den Abend zu genießen. Was allerdings eher an den Cocktails lag, die ich mir bestellte.
Durch den steigenden Alkoholpegel in meinem Blut konnte ich hervorragend verdrängen, dass Josh sich schon längst anderweitig orientierte, während ich mich wie eine Idiotin herausgeputzt hatte, um ihn mit meinem neuen Aussehen zu beeindrucken.
„Willst du nicht auch mal singen?“ Kyle lächelte mich freundlich an, als gerade ein Wechsel auf der Bühne stattfand. Für einige Minuten war es wieder möglich, sich zu unterhalten, ohne sich anschreien zu müssen.
„Kelly bekommst du höchstens unter Androhung von Folter da rauf“, mutmaßte Danielle frech und ich schwor mir, ihr das bei passender Gelegenheit heimzuzahlen.
„Na und? Wenigstens verschone ich meine Mitmenschen mit meinen mittelmäßigen Gesangskünsten“, erklärte ich möglichst würdevoll und warf einen verzweifelten Blick auf Miranda Lowell, die gerade die Bühne erklomm. Ihre Stimme erinnerte an ein quiekendes Ferkel, doch keiner traute sich so recht, ihr das ins Gesicht zu sagen. So trällerte sie jeden Monat voller Inbrunst die Lieder von Mariah Carey oder Whitney Houston. Songs, die selbst gestandene Sänger vor eine stimmliche Herausforderung stellten.
„Braucht jemand Ohrstöpsel?“, meldete sich Angie zu Wort, die mittlerweile heftig mit dem guten Gale flirtete, der wie gebannt auf ihren enormen Vorbau starrte und Shannon mehr und mehr sich selbst überließ. Dafür rückte Kyle näher an sie heran und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Tiefe Röte breitete sich auf ihren sonst eher blassen Wangen aus, danach stieß sie ihn vor Empörung zitternd weg.
„Kyle Harmon, du bist ein perverses Schwein!“
Für diese voller Inbrunst hervorgebrachte Beleidigung erntete sie lediglich ein Lachen. Es gefiel ihm außerordentlich, wenn er es schaffte, Shannon zu provozieren, und er setzte auch sofort einen Konter. Allerdings traf seine verbale Spitze nicht Shannon, sondern in erster Linie mich, auch wenn er das wohl nicht beabsichtigt hatte.
„Lieber ein perverses Schwein als eine schlechte Kupplerin“, meinte er gedehnt und spitzte süffisant die Lippen. „ Oder wie erklärst du dir, dass Josh mit Lillian ausgeht, nachdem er diese scharfe Stewardess abgeschossen hat? Hast du nicht immer prophezeit, er würde eines Tages mit Kelly in den Sonnenuntergang reiten? So wie es aussieht, lagst du ziemlich daneben.“
Nach Kyles taktloser Bemerkung herrschte betretenes Schweigen am Tisch und mir drehte sich der Magen um, als mich das ganze Ausmaß der Demütigung erfasste. Shannon kniff die Augen zusammen und schüttelte angewidert den Kopf.
„Du bist so ein Vollidiot, Kyle Harmon. Hat dir deine Mutter keine Manieren beigebracht?“
Die Stimmung war am Arsch, aber so was von, da half auch Angies plötzlicher Aufbruch nichts.
„Leute, nichts für ungut, aber ich habe genug für heute. Bleib du ruhig hier, Kyle. Ich komm allein nach Hause.“
Der wollte schon zum Protest ansetzen, doch genau in dem Moment, als er den Mund öffnete, klingelte Gales Diensthandy, das gut sichtbar auf der Tischplatte lag. Als Arzt musste er auch in seiner Freizeit immer greifbar sein, und noch während er das Gespräch annahm, kramte er seine Geldbörse hervor und warf ein paar Scheine auf den Tisch. Danach steckte er das Mobiltelefon in die Tasche seiner Hemdbrust und warf Shannon einen entschuldigenden Blick zu.
„Es tut mir leid, ein Notfall. Ich muss sofort los.“
Shannon lächelte ihn verständnisvoll an. „Keine Sorge, ich versteh das. Deine Patienten gehen vor.“
Angie heftete sich umgehend an Gales Fersen, nachdem er sich zwischen uns und dem Tischrand durchgequetscht hatte.
„Ich komme mit Ihnen, Doktor, dann muss ich nicht so allein bis zu meinem Wagen laufen.“ Sie lächelte Kyle an und zwinkerte ihm zu. „Ruf mich mal wieder an, wenn du Lust hast“, sagte sie zum Abschied, warf ihm eine Kusshand zu und stöckelte dem davoneilenden Gale hinterher.
„Willst du nicht auch gehen?“, fragte Shannon spitz und schenkte dem verdutzten Kyle ein süßliches Lächeln.
Ich tauschte einen wissenden Blick mit Danielle, die lediglich die Augen verdrehte, ehe sie unauffällig zur Bar schielte, an der sich Nash mit einem Gast unterhielt.
„Warum sollte ich?“, wunderte sich Kyle unterdessen und lehnte sich entspannt zurück. Offenbar war er der Meinung, er könnte sich den angebrochenen Abend mit einer kleinen Streiterei versüßen, nachdem ihm Angie so unvermutet abhandengekommen war. „Mir gefällt es ganz gut hier, und wenn dir meine Gesellschaft nicht passt, dann steh doch auf und geh nach Hause.“
„Streitet ihr zwei schon wieder?“, fragte eine amüsierte Stimme aus dem Hintergrund.
Josh.
Eine Schockwelle nach der anderen jagte durch meinen Körper, mein Blick begegnete dem seinen und dann setzte die Ernüchterung ein. Für eine Sekunde hatte ich vergessen, mit wem er den Abend verbrachte. Tatsächlich stand Lillian an seiner Seite, so dicht, dass ich vor Verbitterung am liebsten aufgeschrien hätte. Plötzlich hasste ich mein Leben, und vor allem hasste ich ihn, während sich seine kurvige Begleitung an seinen Ellenbogen klammerte und mit einem strahlenden Lächeln ein fröhliches „Hey, wie geht’s“ in die Runde warf. Dieser Abend konnte nur in einer Katastrophe enden.
Nach Überwindung des ersten Schocks merkte ich, dass Josh Augenkontakt zu mir suchte, doch ich zog es vor, nicht in seine Richtung zu blicken und starrte rüber zu Shannon. Diese bombardierte gerade die ahnungslose Lillian mit bösen Blicken und beachtete mich nicht. Ihre Augen glichen grünen Feuerblitzen, doch Lillian lächelte gelassen und scherte sich offensichtlich einen Dreck darum, dass sie sich den Unmut einer Caspary zugezogen hatte. So sah keine Frau aus, die ein mieses Date hinter sich hatte, ganz im Gegenteil. Jetzt wurde mir wirklich schlecht.
Lillian setzte sich neben Kyle, Josh rückte nach und drückte sich eng an ihre Seite. Er saß mir leicht schräg gegenüber und zwinkerte mir zu.
„Hey Kleines, gut siehst du aus“, lobte er und musterte meinen Aufzug anerkennend. Dabei sah er eigentlich nur den Teil, der über die Tischplatte herausragte. Dass er meine optische Erscheinung so locker kommentierte, konnte eigentlich nur bedeuten, dass sie ihn nicht sonderlich beeindruckte. So schmeckte sein Lob wie schal gewordener Champagner.
Ich zwang mich dazu, ihn anzusehen. Seine Lippen verzogen sich, doch sein charmantes Lächeln galt nicht mehr mir. Er schenkte es Lillian, die sein smartes Grinsen mit einem lasziven Augenaufschlag belohnte.
„Wo kommt ihr zwei her?“ Kyles Stimme brach in meine Gedanken ein und obwohl ich eigentlich gar nicht hören wollte, wo und wie die zwei den bisherigen Abend verbracht hatten, horchte ich aufmerksam und beobachtete seine Reaktion. Joshs Lippen verzogen sich zu einem überlegenen Grinsen. Mein Herz machte einen gewaltigen Satz, weil ich ihn in diesem Moment so verdammt sexy fand.
„Lillian hat für mich gekocht“, erzählte er freimütig und warf der hübschen Bibliothekarin einen liebevollen Seitenblick zu, der pure Mordgelüste in mir weckte. Die Liebe eines Mannes geht durch den Magen, hieß es doch immer; auch Josh konnte man mit einem leckeren Abendessen beeindrucken. Anscheinend hatte die gute Lillian eine Vielzahl an Talenten, die nicht nur bei ihrem guten Aussehen Halt machten. Konnte der Abend noch schlimmer werden?
Yep, er konnte.
Josh legte Lillian einen Arm um die Schultern und zog sie ein klein wenig dichter an sich. Shannons Augenbraue schoss in die Höhe und sie vergaß beim Anblick meines besten Freundes sogar ihre Wut auf Kyle.
„Gibt es da etwas, das ihr beide uns mitteilen möchtet?“
Wäre ich nicht so entsetzt gewesen, hätte ich bei Shannons scharfem Tonfall einen Pfiff ausgestoßen. Sie klang dermaßen missbilligend, dass Lillian unwillkürlich ein paar Zentimeter von Josh abrückte und ihr einen unbehaglichen Blick zuwarf. Shannon hob die Augenbrauen und wartete auf eine Antwort. Bebend sah ich Josh ins Gesicht, der merkwürdigerweise mich ganz intensiv musterte, anstatt Shannon anzusehen.
„Bis jetzt noch nichts“, meinte er langsam, ehe er sich Shannon zuwandte. „Aber wenn es so weit ist, bist du die Erste, die ich informiere.“
In seinem letzten Satz schwang eine Spur Sarkasmus mit, der total an ihr abprallte. Wenigstens lief noch nichts Offizielles zwischen ihm und Lillian, es bestand also noch Hoffnung für mich. Die immer weiter schrumpfte, während ich dabei zusehen musste, wie Joshs Blick im Ausschnitt seines Dates versank.
Eine Bedienung kam am Tisch vorbei und unterbrach die Unterhaltung. Ich bestellte mir einen Mojito. Wenn ich schon die Liebe meines Lebens an eine kurvige Bibliothekarin verlor und auch noch dazu gezwungen war, dabei zuzusehen, konnte ich mich wenigstens betrinken.
„Leute, wer von euch traut sich als Nächstes auf die Bühne?“
Nashs Stimme dröhnte durch den Raum und Lillian versetzte mir den nächsten Schock, als sie die Hand hob und lautstark rief: „Ich werde singen!“
Klasse. Ich machte mir keine Hoffnungen, dass sie ihre Gesangskünste gnadenlos überschätzte und wie eine rostige Trompete klang, sobald die ersten Töne ihren Mund verließen, denn soweit ich informiert war, sang sie einmal die Woche im Kirchenchor und da kam man nur rein, wenn man über eine wirklich gute Stimme verfügte. Die Frau war wohl so was wie ein Überflieger und ich hätte meinen Arsch darauf verwettet, dass sie Josh und den Rest der Stadt gleich vom Hocker hauen würde.
Klar, Neid war etwas Fürchterliches, aber ich konnte mich gegen diese menschliche Regung nicht wehren und litt stumm vor mich hin, während sie Richtung Bühne stolzierte und Joshs gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog. Seine Augen klebten wie gebannt auf ihrem Hintern, der sich unter ihrer engen Jeans abzeichnete.
„Applaus für Lillian!“, rief Nash und übergab das Mikro an sie.
„Auf welchen Song dürfen wir uns freuen?“, fragte er und musterte Lillian mit sichtlichem Wohlwollen.
Danielle presste neben mir einen hörbaren Atemzug heraus und schien alles andere als erfreut darüber, dass Nash diese Frau so attraktiv fand. Ich verstand sie so gut und fühlte mich ihr im Geiste verbunden.
Lillian verzog die rot geschminkten Lippen zu einem sonnigen Lächeln und warf dann einen Blick zu uns an den Tisch, als müsste sie sich unserer Aufmerksamkeit vergewissern. Nun, die von Josh hatte sie definitiv.
Wie ein hypnotisiertes Kaninchen, dachte ich angewidert.
„Ich würde gern Brave von Sara Bareilles singen“, erklärte sie selbstbewusst und dann … diese Hexe … blickte sie erneut zu Josh und zwinkerte ihm zu. Ziemlich angepisst über ihr flirtendes Verhalten wagte ich einen Blick rüber zu ihm und krümmte mich innerlich vor Schmerz. Er fand sie scharf, ganz eindeutig, und als er zurückzwinkerte und Lillians Körper einer eingehenden Musterung unterzog, kam mir fast mein Abendessen wieder hoch.