Wicked Horse: Wicked Lust

Übersetzer: Linda Mignani

Erschienen: 08/2017
Serie: Wicked Horse
Teil der Serie: 2

Genre: Western Romance
Zusätzlich: Contemporary

Location: USA, Wyoming

Seitenanzahl: 296


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-306-4
ebook: 978-3-86495-307-1

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Wicked Horse: Wicked Lust


Inhaltsangabe

Cain Bonham ist so groß und sündhaft, wie man es sich nur vorstellen kann. Der Ex-Marine arbeitet als Sicherheitschef für den exklusiven Sexclub The Wicked Horse. Seine Aufgabe besteht nicht nur darin, die Gäste zu beschützen, sondern er schützt auch unter allen Umständen das Geheimnis des Clubs.

Sloane Preston ist so talentiert darin Geheimnisse aufzudecken, wie man es sich nur vorstellen kann. Sie arbeitet als Undercover-Reporterin, und hat es sich in den Kopf gesetzt, die Wahrheit hinter der Fassade des The Wicked Horse aufzudecken, um diese anschließend der Welt zu präsentieren. Allerdings hat sie nicht damit gerechnet, dass sie auf ihrem Weg in den Club direkt in die Arme eines umwerfend vernarbten Bad-Ass-Türstehers rennt. Mit Leichtigkeit gelingt es ihm, ihren Körper sowie ihre Seele einzufordern.

Als beide sich in der sündigen Fantasiewelt des The Wicked Horse wiederfinden, ist es unvermeidlich, dass sowohl ihre Geheimnisse als auch ihre Loyalität auf dem Spiel stehen. Werden ihre Herzen daran zerbrechen?

Teil 2 der "Wicked Horse"-Reihe - übersetzt von Erfolgsautorin Linda Mignani. 

Über die Autorin

Seit ihrem Debütroman "Off Sides" im Januar 2013, hat Sawyer Bennett mehr als 30 Bücher von New Adult bis Erotic Romance veröffentlicht und es wiederholt auf die Bestsellerlisten der New York Times und USA Today geschafft.
Sawyer nutzt ihre Erfahrungen...

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Leseprobe

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Cain

Ich habe die Blonde in der Sekunde bemerkt, als ich die Tür zum Wicked Horse aufgemacht habe, da mein Blick unfreiwillig zum Tisch gehuscht ist, an dem sie mit ihren Freundinnen in den vorherigen Nächten gesessen hat. Das dabei empfundene Hochgefühl ist ungewöhnlich für mich und ein Zeichen, wie sehr ich mich darauf freue, das geheimnisvolle Mädchen zu entschlüsseln.

Ihre Freundin hat mich angestarrt und in meine Richtung genickt, sodass die Blonde sich umgedreht hat. Ich habe sofort den Blick abgewandt, um dann zur Bar zu laufen. Schließlich soll sie nicht auf der Stelle wissen, dass ich wegen...

...ihr hier bin. Ich will, dass sie ein bisschen dafür arbeitet. Wo bliebe sonst der Spaß? Der kurze Austausch hat mir jedoch etwas Wichtiges verraten. Die Kleine hat nicht nur darauf gewartet, dass ich hereinkomme, sondern es auch ihrer Freundin gesagt, deren Verhalten ein monumentales Beweisstück ist.

Ich werde das Mädchen heute Nacht vögeln.

Es ist eigenartig, dass sie mich so stark anzieht, doch ich rede lediglich über ihre oberflächliche Schönheit. Ohne Zweifel hat sie eine gut zusammengesetzte Verpackung, mit ihrem lockigen Haar, das ihr in Wellen bis unterhalb des Kinns reicht, den weit auseinanderstehenden unschuldigen babyblauen Augen sowie den Grübchen neben ihrem Mund, sobald sie lächelt. Sie sieht aus wie ein Stück Apfelkuchen, süß und zuckerig. Welcher heißblütige Mann liebt keine kurvige Blondine?

Das ist jedoch normalerweise nicht mein Ding. Ich mag angriffslustige Frauen, die wissen, was sie wollen. Angesichts meines regelmäßigen schmutzigen Sex sind Vanillafrauen ein bisschen zu langweilig für mich. Das bedeutet nicht, dass ich sie nicht ficken würde, aber ich vergesse sie schneller als die anderen. Doch eines muss ich der Blonden lassen: Sie hat mich nicht scheu angelächelt oder mir verstohlene Blicke zugeworfen. Nein, sie starrt mich wie eine Frau an, die weiß, was sie will, und das steht im Widerspruch zu ihrem naiven Aussehen. Das ist es, was sie so geheimnisvoll macht. Ich frage mich, ob sie zuckersüß vor Lust aufschreit, oder ob sie mir, während sie schreit, dass ich sie härter kommen lassen soll, die Haare an den Wurzeln ausreißt.

Das herauszufinden, wird spannend sein.

Was soll ich anstellen, um in ihr Höschen zu gelangen?

Am besten trinke ich erst einmal ein Bier und denke währenddessen über diese Frage nach. Außerdem ist es noch früh. Ich weiß über die Kleine, dass sie einen Großteil der Nacht hier verbringen wird. Auf jeden Fall hat sie das bis jetzt so gemacht, daher muss ich mich nicht beeilen. Und sollte ich die Gelegenheit mit ihr verpassen, juckt mich das auch nicht weiter. Schließlich wartet das Silo, keine zwanzig Meter vom Wicked Horse entfernt, auf mich. Ich kann dort mit Leichtigkeit zum Zug kommen.

„Bier?“, fragt Ted, der hinter der Theke steht. Er ist ein anständiger Kerl und außerdem ein Fantasy-Erfüller im Silo. Er und ich hatten in der Vergangenheit bei so einigen Gruppenfantasien gemeinsame Auftritte. Er fickt einfach jede willige Öffnung, sodass er ein sehr beliebtes Mitglied im Club ist.

Ich nicke ihm zu, setze mich auf einen der wenigen leeren Barhocker und schaue zu, wie er mir meine Lieblingssorte eingießt. Nachdem er das Hefeweizen vor mich gestellt hat, schiebe ich einen Zehndollarschein in seine Richtung, und das ist der ganze Umfang unseres Austauschs. Ich bin generell kein geschwätziger Typ, doch wenn ich hierherkomme, will ich trinken, Leute beobachten und meine Crew im Auge behalten.

Erst nach ein paar Schlucken drehe ich mich um und lasse beiläufig meinen Blick durch den Club schweifen. Für eine Donnerstagnacht ist es bereits ziemlich voll. In einer Stunde allerdings wird es nur noch Stehplätze geben. Meine Aufmerksamkeit ruht zuerst auf Angel, unserer DJane, die in einer gläsernen Kabine sitzt und Kopfhörer über ihrem glänzenden, roten Haar trägt. Sie ist wahrscheinlich die einzige Frau auf der Welt, die mich einschüchtert. Das liegt daran, dass sie es liebt, Männer zu degradieren und zu entwürdigen. Sie ist eine praktizierende Hardcore-Domina. Unabhängig wie viel verrückten Scheiß ich bereits im Silo gesehen habe, finde ich es immer noch absolut irre, dass Menschen dafür bezahlen, durch Schmerz und Demütigung ihre sexuelle Erfüllung zu erhalten.

Aber jedem das Seine.

Ich nehme einen weiteren Schluck und mein Blick wandert zum Tisch der Blonden. Mit Ausnahme ihrer Tasche und der Getränke ist er leer, doch dann entdecke ich sie ein paar Meter entfernt, wie sie mit ihren drei Freundinnen tanzt. Ich muss sagen, dass es heiß ist, ihr beim Tanzen zuzusehen. Heute trägt sie einen Rock mit einem grünen floralen Muster, der ihr bis zur Mitte der Oberschenkel reicht und ihre Kurven umschmiegt. Sie hat einen verdammt köstlich aussehenden Arsch. Außerdem hat sie eine blaue Jeansbluse an, welches sie knapp oberhalb ihrer Hüften verknotet hat, sodass man einen winzigen Streifen Haut von ihrem Bauch erspähen kann. Da es nicht zugeknöpft ist, kann ich ihr Dekolleté erahnen. Ein Paar braune Cowboystiefel vervollständigen ihr Outfit. Es ist ein süßer und sexy Look, welcher zu ihrer dualen Persönlichkeit beiträgt.

Ich habe sie schon öfters beim Tanzen beobachtet. Sie ist verflucht gut, aber auch wählerisch. Bis jetzt war anscheinend kein Mann interessant genug für sie, da sie bisher jede Tanzaufforderung abgelehnt hat. Ich hoffe bei Gott, dass sie nicht auf mich wartet. Obwohl man mir bereits bei vielen Gelegenheiten versichert hat, dass ich unglaubliche Bewegungen mit meinen Hüften machen kann, schwinge ich sie nicht auf einer Tanzfläche.

Sie sieht nicht einmal zu mir und dreht mir jetzt den Rücken zu. Vielleicht tut sie so, als ob sie sich ziert. Sollte das zutreffen, will ich ihr dafür den Arsch versohlen. Ich trinke noch einen Schluck, und mein Blick klebt auf ihren kreisenden Hüften, sodass ich mich frage, wie lange sie das durchhalten würde, wenn sie mich reitet. Sie dreht sich zur Seite. In diesem Moment stellt sich ein Kerl direkt hinter sie. Sie hat keine Ahnung, dass er da ist, er allerdings glotzt anzüglich auf ihren Arsch, beugt die Knie und macht stoßende Bewegungen mit seinem Becken. Er muss betrunken sein, denn keine Frau findet so was jemals erotisch.

Eigenartigerweise ist mein erster Instinkt, vom Barstuhl aufzustehen und auf die Tanzfläche zu marschieren, wo ich ihn in den Schwitzkasten nehme, um ihn von ihr wegzuzerren, ehe er sie berührt. Doch das wäre einfach nur dämlich. Vielmehr sollte ich jemandem aus meinem Team ein Signal geben und auf das mögliche Problem hinweisen. Aber als ich zu Gary blicke, einer der beiden, die für die Tanzfläche zuständig sind, bemerke ich, dass es ihm schon aufgefallen ist und er die Sache im Auge behält. Ich lockere meine Haltung und versuche, mich zu entspannen. Falls nötig, wird er sich darum kümmern. Offensichtlich geschieht das eher früher als später, denn der betrunkene, tanzende Idiot drängt sich näher an die Blonde heran und packt ihre Hüften. Er macht eine seltsame epileptisch wirkende Bewegung und presst seinen Schritt an ihren Hintern.

Ich erhebe mich wieder von meinem Stuhl.

Gary rückt näher.

Wir beiden warten, ob der Kerl es dabei belässt, doch dann wirbelt die winzige Blonde herum, zieht ihren Arm zurück und knallt dem Vollpfosten so hart eine, dass ich das Geräusch sogar trotz der plärrenden Musik hören kann. Ich bin mir sicher, dass Gary ebenso schockiert ist, wie ich es bin. Für einen Moment bin ich förmlich erstarrt. Dem Kerl steht die blanke Wut ins Gesicht geschrieben, als er eine Handfläche an seine Wange presst. Er führt den anderen Arm gegen die Brust, mit der deutlichen Absicht, die Blonde zu ohrfeigen. Ich schnelle auf die Tanzfläche zu. Gary macht dasselbe, doch wir beide sind zu weit weg.

Jedoch bleibe ich abrupt stehen, schon wieder erstarrt, als die Kleine ihr linkes Bein zurückzieht und dem Arschloch, ehe er seinen Arm schwingen kann, genau in die Eier tritt.

Heilige Scheiße!

Als der Kerl sich nach vorn krümmt, ist sie allerdings noch nicht fertig mit ihm. Sie ballt ihre Hand zu einer Faust, die wirklich so winzig ist, dass sie niemals Schaden ausrichten könnte, und schlägt ihm mit einem rechten Haken in die Visage. Er fällt auf die Tanzfläche, eine Hand an den Eiern, die andere am blutenden Mund.

Gary schreitet zur Tat. Offensichtlich braucht der auf dem Boden liegende Mann Schutz, daher umschlingt er von hinten ihren Oberkörper und zieht sie ein paar Meter zurück. Zornig starrt sie auf das Arschloch herunter und schreit etwas, was mich dazu veranlasst, mich wieder in Bewegung zu setzen. Die tanzende Meute steht still und bildet einem engen Kreis um die Kämpfer.

Blondes Mädchen: 1.

Betrunkener Volltrottel: 0.

Eine zweite Runde wird es allerdings nicht geben.

In der Sekunde, als ich die Tanzfläche betrete, hebt sie den Blick, um mir in die Augen zu sehen. Herausfordernd starrt sie mich an, mit einem vor Zorn gerötetem Gesicht.

„Lass sie los“, sage ich zu Gary, der dies sofort tut.

Zu meiner Überraschung beugt sie sich über den Kerl, der jetzt zwischen blutigen Zähnen einen Fluch ausstößt, und sagt: „Ich wette, das nächste Mal denkst du zweimal darüber nach, ehe du deinen Schwanz am Hintern eines Mädchens reibst, nicht wahr?“

Der Kerl beginnt aufzustehen und erdolcht sie dabei mit seinen Blicken. „Du scheiß Fotze“, stottert er, wobei ihm das Blut aus dem Mund sprüht. „Du hättest einfach Nein sagen können.“

Das erzürnt die Blonde, die bedrohlich auf ihn zutritt. Er ist jedoch in dieser Hinsicht kein Narr. Er lehnt sich argwöhnisch nach hinten und streckt einen Arm aus, um sie zu stoppen. Ich muss ein Lachen unterdrücken, als ich ihren Oberarm umfasse. Ich sehe Gary an und deute mit dem Kopf zu dem Kerl. „Bring ihn ohne Zwischenfall nach draußen.“

„Klar doch, Boss.“ Er packt ihn am Kragen und zieht ihn von der Tanzfläche.

„Ich gehe“, sagt die Blonde und versucht, meine Hand abzuschütteln. „Es ist nicht nötig, mich rauszuwerfen.“

Sie rauswerfen? Nachdem sie eine dermaßen glorreiche Show als Warnung an alle betrunkenen Männer abgeliefert hat, dass sie davon absehen sollten, sich an die falsche Frau ranzumachen? Niemals! Ich werfe sie zwar nicht raus, doch ich werde sie rausbringen.

„Lass uns dich in Ordnung bringen“, sage ich zu ihr und ziehe sie mit mir. „Deine Hand blutet.“ Auch das ist mir aufgefallen. Sie muss sich an seinen Zähnen verletzt haben, als sie ihn mit der Faust geschlagen hat.

Ohne sich zu wehren, folgt sie mir. Als wir an ihrem Tisch vorbeilaufen, hebt sie ihre Tasche hoch und ruft ihren Freundinnen über ihre Schulter zu: „Ich komme wieder.“

Na klar! Das wird nicht passieren.

Ich führe sie durch die Bar, auf die Eingangstüren zu. Wir treten in eine milde Julinacht hinaus, direkt hinter Gary, der den Verprügelten zu einem wartenden Taxi bringt. Ein oder zwei warten immer vorm Club, um Touristen zurück nach Jackson zu bringen. Ich wende mich meinem Truck in der entgegengesetzten Richtung zu. Sie zieht an ihrem Arm und ich drehe mich ihr fragend zu.

„Warte“, sagt sie verwirrt. „Du sagtest, dass wir meine Hand verarzten.“

„Das tun wir.“ Ich laufe wieder auf den Truck zu. „Ich bringe dich zu dir und mache dich dort sauber. Ich denke, in deiner Dusche wäre es nett.“

Auch wenn man es weder meinem sicheren Gang noch der Haltung meiner Schultern ansieht, halte ich angesichts ihrer Reaktion gespannt den Atem an. Das war eine kühne Aussage von mir, doch ich habe keine Lust, um sie herumzuschwänzeln.

Außerdem bin ich nicht gut im Flirten.

Allerdings sagt sie zu meiner Erleichterung: „Klingt gut.“

Angesichts ihrer bereitwilligen Kapitulation beginne ich bereits, hart zu werden.


Sloane

Cain fährt einen mitgenommenen dreckigen Truck, der ein Modell aus den späten Neunzigern ist. Die vordere Seite ist eingebeult. Cains Galanterie erstaunt mich jedoch, als er mir die Beifahrertür aufhält und meine unverletzte Hand hält, während ich auf das Trittbett steige.

Wir verlassen den Parkplatz, und nachdem ich Cain mitgeteilt habe, dass ich in Jackson lebe, fahren wir in südlicher Richtung auf die 191. Er schaltet das Radio ein und stellt die Lautstärke auf leise. Ein ungewolltes Lächeln erscheint auf meinem Gesicht, weil ich die süßen Klänge von Soundgarden höre.

„Also“, sage ich in die Dunkelheit hinein. „Wir duschen demnach zusammen?“

„Natürlich nur, um deine Hand zu säubern“, antwortet er in einem beiläufigen Tonfall.

„Natürlich“, murmele ich, wobei ich mich, soweit es der Sicherheitsgurt erlaubt, ihm zudrehe. „Ich bin übrigens Sloane. Sloane Meyers.“ Ich bin stolz auf mich selbst, dass mein falscher Name mir mühelos über die Lippen schlüpft.

„Cain Bonham. Aber ich glaube, ich nenne dich einfach Rechter Haken.“

Lachend schaue ich nach vorn und schüttele leicht meine Hand. Wegen des fehlenden Lichts kann ich nicht erkennen, wie sie aussieht, doch sie pocht höllisch. Das wird mich allerdings nicht von meinen Plänen für die heutige Nacht abbringen. Nachdem ich beschlossen habe, dass mehr vonnöten ist, als flirtende Blicke mit ihm auszutauschen oder eine direkte Anmache, damit ich besonders auf ihn wirke, war es, als hätte Gott persönlich mir diese betrunkene Zecke geschickt. Ich hatte gar keinen richtigen Plan, wusste nur, dass ein Spektakel Cains Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, und habe daher hart und schnell zugeschlagen.

Ich hatte damit gerechnet, dass man mich deswegen aus dem Club wirft und gehofft, dass ich so mit ihm ins Gespräch kommen würde. Aber nicht einmal in meinen wildesten Träumen hätte ich mir ausgemalt, dass er mich nach Hause bringt. Und mir dann auch noch sagt, dass er mit mir duschen will.

Ich presse die Beine aneinander, da ein anderes Pochen in etwas tieferen Regionen beginnt. Ich habe keine Ahnung, ob dieser unausgegorene Plan, mich mit Cain gutzustellen, bei meiner zweifelhaften Reportage hilfreich sein wird, doch eins weiß ich dennoch genau: Es wird eine tolle Nacht.

„Mein Angebot, mit dir zu duschen, scheint dich nicht zu verwundern“, sagt er beiläufig.

Ich könnte dies auf hundert verschiedene Weisen durchspielen. Die meisten Frauen in meiner Position würden ihren Stellenwert bei einem solchen Mann untermauern wollen und etwas tun, das ihm für einen langen Zeitraum im Gedächtnis bleibt. Der beste Weg, um das in diesem Moment zu erreichen, wäre, den Sicherheitsgurt zu lösen, zu ihm zu kriechen und seine Jeans aufzumachen. Es ihm mit der Hand oder mit dem Mund zu besorgen, wäre zweifelsfrei einprägsam. Doch ich vermute, dass es für einen Mann wie ihn weder überraschend noch etwas Besonderes wäre. Der Kerl, der Jasmine offensichtlich einen großartigen Gefallen damit getan hat, dass er sie zwischen ein paar Bieren auf dem Parkplatz genommen hat. Ein Mann, der möglicherweise tief in einen Sexclub verstrickt ist, hat vermutlich bereits alles gesehen und auch selbst gemacht.

In diesem Augenblick begreife ich, dass ich mich, obwohl ich im Bett abenteuerlustig bin, vielleicht außerhalb meiner sexuellen Wohlfühlzone befinde. Es gibt wahrscheinlich nichts, was ich tun könnte, damit dieser Mann die Augenbrauen hebt und sagt: „Hey, genau dieses Mädchen hier ist außergewöhnlich.“

Daher antworte ich einfach nur: „Auf jeden Fall ist da eine Anziehungskraft zwischen uns. Deshalb bin ich froh, dass wir keine Zeit mit langweiliger Anmache vergeuden oder du mir billige Biere ausgibst, um mich betrunken zu machen. Ich möchte mich an diese Nacht erinnern.“

Cain lacht heiser und zustimmend. „Oh, du wirst dich an die heutige Nacht erinnern. So viel kann ich dir versprechen.“

Das Pochen zwischen meinen Schenkeln nimmt auf der Stelle zu, sodass ich sie enger aneinanderpresse.