Die Wildrosenvilla
von Onyxe

Erschienen: 05/2007

Genre: Soft-SM / BDSM
Seitenanzahl: 184 (Übergröße)


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-93828-130-7
ebook: 978-3-86495-080-3

Preis:
Print: 14,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Die Wildrosenvilla


Inhaltsangabe

Auf einem Ball lernt die einsame Celine Pete kennen, dessen Eleganz sie nachhaltig beeindruckt. Spontan nimmt sie seine Einladung an, ihn zu seiner Villa zu begleiten - doch die "Wildrosenvilla" entpuppt sich als ein Edelbordell der Luxusklasse. Gefangen im goldenen Käfig wird die schockierte Celine in die geheimen Regeln des Hauses eingeweiht. Obwohl die märchenhafte Empfänge, die erotischen Inszenierungen und dargebotenen sinnliche Verlockungen sie nicht kalt lassen, weigert sich Celine, den Regeln des Hauses zu folgen und den männlichen Kunden zur Verfügung zu stehen. Ihre Halsstarrigkeit hat regelmäßige Bestrafungen und Demütigungen durch Pete zur Folge.
Celine verfällt Pete mit Haut und Haar, und es gelingt ihr, Pete, der eine Schwäche für sie zu haben scheint, gnädig zu stimmen. Er fordert jedoch ihre völlige Unterwerfung und Hingabe - wozu Celine nicht bereit ist ...

Über die Autorin

Onyxe studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und englische Literatur und schloss ihr Studium mit dem Magister Artium (M.A.) ab. Sie tanzt seit Jahren begeistert Flamenco und befasst sich intensiv mit Geheimwissenschaften, Mystik, der Sexualmagie im Alten Ägypten, Tantra und den taoistischen Lehren...

Leseprobe

Szene 1:

Celine erwachte mit klopfendem Herzen. Sie zögerte einen Moment, dann zog sie sich entschlossen um. Sie wollte sehen, ob der Comte zu Gast war. Eine ungestüme Hoffnung trieb sie voran. Sie probierte mehrere Gewänder, knöpfte zu, hakte wieder auf, bis sie ein passendes Kleid gefunden hatte. Es war schlicht und schwarz und wirkte ein wenig feierlich.
Hastig eilte sie die Treppe hinab, ihre verschwitzte Hand glitt über das schimmernde Mahagonigeländer. Dann hielt sie erschrocken inne. Sie sah die dunkle Gestalt des Comte in der Halle. Ihr Lächeln gefror.
Dort unten stand er mit Mara, er streichelte ihre Wange. Celine...

...blieb stehen, wollte umkehren. In diesem Augenblick sah der Comte auf und erkannte sie. Er sah sie lange an, sie konnte seinen Blick nicht deuten. Trauer sank in ihr Herz wie schwarzer Schlamm.
Celine drehte auf dem Absatz um und nahm zwei Stufen auf einmal, um so schnell wie möglich ihr schützendes Zimmer zu erreichen. Aus dem Augenwinkel sah sie ihn über die Schulter blicken, hinauf zu ihr. Celine warf sich auf ihr Bett und trommelte mit den Fäusten darauf, um nicht in Tränen auszubrechen. Die Einsamkeit war zurückgekehrt. Das Licht der Lampe fiel auf eine Zeitung. Die feinen Äderchen an Celines Schläfen schwollen vor Zorn und Hilflosigkeit. Mechanisch strich sie über ihr schmerzendes Kreuz. Sie weinte sich in den Schlaf.
Im Traum stand sie an ihrem Seerosenteich. Eine blau geflügelte Libelle sirrte vorbei, im Wasser bewegten sich Fische, sie glitten zwischen den Stängeln der Seerosen dahin, rötlich und silbrig. Durch die Wasserschleier hindurch entdeckte Celine auf dem Grund ein vermodertes Boot mit einem Leck, es lag in tiefem Schlamm. Sie schrak auf, schlief jedoch bald wieder ein.

***

Am nächsten Abend wurde Celine zu Pete gerufen. Am liebsten hätte sie ihn nie wiedergesehen. Die ihr zugefügte Wunde schwärte. Trotzig senkte sie den Kopf. Er suchte in ihrem Gesicht nach Spuren der Unterwerfung, die er nicht vorfand, jedenfalls nicht in dem von ihm gewünschten Maß. Celine brachte kein Wort über die Lippen, sie empfand bodenlose Bitterkeit. Sie trauerte um den Comte und verschloss sich mürrisch vor Pete. Die Sonne war tiefer gesunken, schwarze Wolken ballten sich am Himmel.
Celine stand leicht gebückt, damit sie Pete nicht ansehen musste. Sie ließ den Kopf hängen. Blaue Schatten flossen um sie herum, eine Fensterscheibe glühte im letzten Licht des Tages.
Die Vorhänge wehten leicht im Wind. Das Licht, das nur spärlich durch die Wolken brach, löste eine große Verlorenheit in Celine aus.
„Ich glaube, unser guter Brendan hat sich ein wenig in dich verliebt“, sagte Pete schließlich. Celine starrte auf die Vase mit Nelken auf seinem Schreibtisch. Sie verströmten einen schwülen Duft.
Celines Gesicht blieb völlig leer. „Ich habe ihn gebeten, heute zu uns zu stoßen“, fuhr Pete in demselben Ton fort, „übrigens möchte ich nicht, dass du den Comte weiterhin triffst. Der alte Vagabund wird mir langsam lästig, zumindest was dich betrifft. Er fördert deine Aufsässigkeit. In Zukunft werde ich das zu verhindern wissen.“ Er ging mit großen Schritten im Zimmer auf und ab. Celine hatte das Gefühl, dass der Boden unter ihr schwankte.
Sie erschrak, schrumpfte noch mehr in sich zusammen. Gedanken überfluteten sie, sie wollte den Comte nicht verlieren, bevor alles richtig begonnen hatte. Langsam bewegte sie sich rückwärts, ihre Hand tastete nach der Klinke. Sigrid trat ein, fast wären sie zusammengestoßen. Celine hatte das Bedürfnis sich zu betrinken, um dem Alleinsein, dem ständigen Horror und dem Grauen zu entfliehen. Sigrid trug ein streng wirkendes violettes Gewand. Hinter ihr tauchte Brendan auf, er lächelte verlegen unter seinem sorgfältig gewellten blonden Schopf. Celine nahm sich fest vor, bald einen Fluchtversuch zu unternehmen. Sie würde sich nicht länger an die Regeln halten. Sie beobachtete, wie Sigrids Finger mit den spitzen violetten Fingernägeln langsam Brendans Hose hinunterzogen, wie sie sich kitzelnd um seinen bereits steifen Schwanz legten.
Sanft schob sie die Vorhaut zurück und begann seine Hoden zu massieren. Celine bat um ein Glas Sekt, Pete schenkte ihr ein. Sie wollte Zeit gewinnen. Sigrids laszive Manipulationen an Brendan waren kaum zu ertragen. Brendan presste seine vollen Lippen aufeinander, er konnte seine Erregung nicht verbergen. Pete zog Celine auf seinen Schoß, seine Hände wanderten ihre Oberschenkel entlang und strichen über ihre festen Muskeln, liebkosten die zarte Innenhaut nahe den Leisten. Trotz ihres Schocks und ihres Kummers stiegen die vertrauten wollüstigen Empfindungen in ihr auf. Sie wurde schwerer, gab nach, nippte an dem Sekt, spreizte ihre Beine ein wenig weiter. Sie hörte die Uhr ticken. Pete schob langsam seine Hand in ihren Slip, er spielte mit ihren Schamlippen und rieb leicht über ihre Klitoris. Sie sah die anderen nicht mehr. Pete hatte einen Daumen in sie eingeführt und reizte sie mit federleichten Bewegungen. Celine schloss die Augen. Es fühlte sich an wie gezuckerte Himbeeren.
Sie trieb schon dem Höhepunkt entgegen, als Pete sie plötzlich von seinem Schoß herunterschob und aufstand. Er streckte sich, dehnte sich lustvoll und setzte sich dann mit dem Rücken zur Wand auf den Teppich. Er winkte Celine, ihm zu folgen. Er befahl ihr, mit geöffneten Beinen vor ihm zu stehen. Dann tauchte er seine Finger in den Sekt und zog kreisende Linien auf ihrem Geschlecht. „Du solltest dankbar sein, dass ich mich deiner so himmlisch annehme, wo du doch nichts als Schwierigkeiten machst“, bemerkte er süffisant.
Sigrid schloss die Fenster und zog die Vorhänge zu. Celine war irritiert. Sie sah zu dem großen Bild von Venedig hinüber, eine nackte Frau rekelte sich dort. Pete öffnete seine Hose und entblößte sich. Lächelnd sagte er zu Celine: „Wir werden dich heute zum ersten Mal von zwei Seiten penetrieren.“
Celine erschrak. Er drehte sie um und griff nach ihren Hüften. Sie sank mit angewinkelten Knien auf ihn. Das Zimmer wirkte wie ein abgeschlossenes Gehäuse, der Sommerabend war ausgesperrt. Celine blieb stumm. Die Sektflasche funkelte smaragdgrün im Licht der Lampe.
Inzwischen hatte Sigrid Brendans Penis in den Mund genommen. Er stand vor ihr mit verkrampften Pobacken und rührte sich nicht. Sie zog ihn weit in sich hinein. Er gab leise zwitschernde Lustgeräusche von sich. Sigrid krallte ihre Finger in seinen Po.

Szene 2:

Eine endlose Woche verging. Pete und Sigrid kümmerten sich nicht um Celine, verlangten keine Dienste. Pete lächelte ihr zerstreut zu, wenn ihre Wege sich kreuzten. Kia schien Celine überhaupt nicht mehr wahrzunehmen, sie sah beharrlich durch sie hindurch, als wären sie nie zusammen im „Tarotcafé“ gewesen. Der Comte schickte keine Nachricht. Goldie und die anderen Frauen waren unbekümmert, lachten viel und tranken Apfelwein. In Celine wuchs das Misstrauen. Wurde sie seltsam angesehen? Tuschelten da zwei hinter ihrem Rücken? Goldie schien sie ständig zu belauern, oft folgte sie Celine in den Garten. Stundenlang brütete Celine im Schatten der Hecke und wartete immer verzweifelter auf eine Botschaft, auf eine Auflösung dieser ständigen Spannung, doch nichts rührte sich, alles blieb still wie die Oberfläche eines Teiches. Immerzu dachte sie, sie kommen, Pete lässt mich abholen.

***

An einem sonnigen Nachmittag folgte Goldie Celine wieder in den Garten. Celine konnte ihre Füße auf dem Kiesweg trampeln hören. Goldie schien auf etwas zu lauern. Celine explodierte, alles wurde ihr für einen Moment gleichgültig, sie wollte Goldie nicht länger bei Laune halten. Sie riss sie am Haar und ohrfeigte sie, einmal, noch einmal, Goldie keuchte. Celine geriet völlig außer sich, sie sprang vorwärts, schlug ihr heftig gegen die Brust und schrie laut: „Der Teufel soll dich holen!“ Sie begann zu fluchen wie ein Fuhrknecht. Goldies Wangen waren rot gezeichnet, sie riss sich los und rannte laut heulend in die Villa. Celine empfand eine flüchtige Genugtuung, die Bäume schienen sich zu ordnen, sie sah das Licht wieder tanzen. Mutwillig trat sie in die Chrysanthemen, riss sie mit den Wurzeln aus. Nur mühsam beruhigte sie sich.
Die Nebel fielen dichter. Betrübt wegen ihres Ausbruchs setzte Celine sich an diesem Abend neben das Klavier und lauschte Brendans Spiel, sie starrte in die Nebelschleier. Brendan sah melancholisch aus, seine Wangen waren schmal geworden, und seine Blicke musterten Celine sehnsüchtig. Am Tisch saß Sigrid mit ihren langen Ohrringen und aß Lavendeleiscreme mit einem langstieligen Löffel. Ihre Augen glänzten, veränderten sich dauernd. Celine schloss die Augen, ihre Ängste schufen irrlichternde Bilder, die sie bedrängten.
Ganz plötzlich fiel eine Hand schwer auf ihre Schulter, krallte sich ein wie eine Klaue. Pete stand hinter ihr, hoch ragte er auf, seine Augen waren flüssiges Eis. Er bedeutete ihr, ihm zu folgen. Celine erschrak furchtbar, während sich ihre Lackschuhe mechanisch die Stufen der Treppe hinaufbewegten.
Die Tür zum Büro öffnete sich lautlos. Petes Miene war versteinert, der Schreibtisch peinlich aufgeräumt. Ein Papiermesser steckte als Buchzeichen in einem erotischen Bildband, auf dessen Deckel eine Haremsszene mit üppigen Odalisken – die auf schweren Kissen ausgebreitet lagen – abgebildet war. Celine starrte auf das Bild, um Pete nicht ansehen zu müssen. Mit einer unbeirrbaren Gewissheit wusste sie: Das Spiel ist aus. Pete war aschfahl, seine Lippen hatten die Farbe alter Rosen.
Dann sagte er beiläufig, trocken: „Du hast mich also betrogen.“
Die Worte tauchten aus der Wüste des Schweigens auf und sanken zurück in die Tiefe. Die Luft schien aufgeladen, etwas flackerte in seinem Blick.
Mit der Geschwindigkeit eines Panthers stand er auf und packte Celine am Genick, dann schlossen sich seine Hände um ihren Hals, und er begann zuzudrücken, seine Nase zuckte.
Blankes Entsetzen über ihre eigene Unverfrorenheit sprang Celine an. Langsam lockerte er den Griff und sagte kalt: „Der Tod wäre eine zu einfache Lösung.“. Er ergriff den schweren Briefbeschwerer und einen Augenblick glaubte sie, er würde ihn an die Wand schmettern, doch dann legte er ihn wie in Zeitlupe zurück. „Das hat noch nie jemand hier gewagt!“ Er schien zu sich selbst zu sprechen und schüttelte den Kopf.
Der alte Schmerz packte Celine, die Sehnsucht nach dem Comte, aber er war nicht da, er war nicht rechtzeitig gekommen, sie war verloren. Ihr blies ein eiskalter Wind ins Gesicht. Pete packte sie mit eisernem Griff und zerrte sie hinter sich her in ihr Zimmer. Er schob Celine hinein wie eine Puppe und schloss ab. Jeder Ausbruch, ja selbst eine seiner Züchtigungen wären ihr lieber gewesen als sein eiskaltes Schweigen.
Bestürzt kauerte sie sich auf den Bettrand, sah in der Hoffnung auf Hilfe in den Garten hinaus. Alles lag verlassen im Nebel, sie grübelte, wer schnell für sie den Comte benachrichtigen könnte, versuchte zu begreifen, was geschehen war. Goldie hatte sie verraten! Celine krallte ihre Nägel in den gelben Satin ihrer Bettwäsche. Bilder stiegen in ihr auf, Erinnerungen an das dunkle Gesicht des Comte, seine zärtlichen Gesten, das alles hatte sie leichtsinnig verspielt. Ihr Glück, ihre Freiheit schienen weit in die Ferne zu rücken. Wie hatte sie Goldie trauen können? Der weiße Nebel draußen ließ alles unwirklich verschwimmen, sie starrte die Ananas auf ihrem Teller an. Ihr wurde kalt. Was würde Pete ihr antun? Sie hatte ihn nie zuvor so getroffen erlebt. Was war mit Kia geschehen? Ihre Gedanken rasten, ihr Hals wurde enger, sie konnte immer noch Petes würgende Hände fühlen. In ihrem Kopf wogte es, in ihren Ohren begann es zu rauschen, sie war einer Ohnmacht nahe.
Und um Celine herum schien eine gewaltige Schwärze anzuwachsen, sich aufzulösen. Die Zeit stand still wie vor einem Sturm.
Sie hörte eine leise Bewegung an der Tür. Pete trat ein, er war allein. Celine zuckte zusammen, sah ihn von unten an, flehend, wollte seine Verzeihung erwirken, doch sie prallte ab an seiner Kälte.
„Zieh dich aus!“, sagte er abrupt, es klang wie ein Peitschenknall. Es war ein Augenblick ohne Illusionen, klar wie ein Kristall. Celine begann laut zu schluchzen, dann verstummte sie, und alles war still. Nur seine Augen schienen in ihr Inneres dringen zu wollen.
Zitternd entblößte sie ihre Brüste, sie umklammerte den Stoff des Oberteils, dann streifte sie zögernd ihren Rock ab, er war aus weißem Satin und fiel wie eine Sommerwolke auf den Teppich. Die Augen drangen ihr fast aus dem Kopf vor Angst.
„Wie hat er dich genommen?“, fragte Pete mit zusammengepressten Lippen in sachlichem Ton. Wieder packte er sie am Genick und schüttelte sie heftig, sie war steif und fror fürchterlich. Die Bäume warfen im schwachen Licht einer Laterne ein Spitzenmuster an die Wände. Sie drehte sich und wollte sich seinem Griff entwinden, eine trotzige Wut ballte sich in ihr zusammen.
Als er sie kurz losließ, streckte sie ihre nackte Brust vor und sagte laut: „Immerhin fickt er normal, anders als du.“