Die Nächte der Venus

Erschienen: 03/2007

Genre: Historical Romance
Zusätzlich: Dominanz & Unterwerfung, Vanilla

Location: Rom

Seitenanzahl: 200 (Übergröße)


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-93828-124-6
ebook: 978-3-86495-087-2

Preis:
Print: 15,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Die Nächte der Venus


Inhaltsangabe

Am Vorabend der Gladiatorenkämpfe sieht die schöne Patrizierin Caelia ihn zum ersten Mal – den hinreißenden Gladiator Achilleus, der mit Bravour seine Gegner in der Arena bezwingt. Caelia hat nur noch eines im Sinn: Sie will in Achilleus starken Armen liegen und von ihm nach allen Regeln der Kunst verführt werden …

Ein erotischer Roman aus dem antiken Rom

Über die Autorin

Isabell Alberti ist Jahrgang 1967 und stammt aus Norddeutschland. Seit zehn Jahren lebt und arbeitet sie in Sachsen. Bereits seit ihrer Kindheit schreibt sie, begonnen hat Isabell Alberti mit Theaterstücken, die sie in Schulhefte schrieb. Sie wurden leider nie fertig...

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Leseprobe

Szene 1

 

In Baiae kam sie vor Widar an. Am liebsten hätte sie sich ins Atrium hinter die Tür gestellt und gewartet - oder noch besser, sie würde die Rolle des Türhüters einnehmen, um Widar als Allererste zu sehen. Weil das kein Benehmen für die Witwe eines Senators war, lief sie in einem Aufenthaltsraum auf und ab.

Asinoë leistete ihr Gesellschaft. Ihre Zofe saß an dem Tisch, an dem früher ihr Mann gesessen und seine Korrespondenz erledigt hatte. Asinoë hatte keine Schreibfedern vor sich liegen, sondern der Tisch war mit einem Dutzend oder mehr...

...Flakons und Fläschchen bedeckt, aus denen sie Salben mischte.

"Liebste Herrin, bitte setze dich doch. Soll ich dir etwas bringen, deinen Nacken massieren oder dein Haar frisieren?", fragte sie, als Caelia am Fenster stand und voll Sehnsucht nach draußen schaute.

"Du hast mich heute Morgen stundenlang frisiert, was willst du jetzt noch?"

"Ich könnte deine Locken neu ordnen á la Julia, damit du noch schöner bist. Dein Gladiator wird in seinem Leben keine andere Frau mehr ansehen. Ich verspreche es dir."

"Er heißt Widar, merke dir das endlich. Und er wird gerade dann kommen, wenn mein Haar erst halb gemacht und ich hässlich wie eine Erinnye bin. Er müsste längst da sein."

"Du bist niemals hässlich. Ich gehe nachschauen, wo er bleibt." Asinoë lief leichtfüßig aus dem Raum.

Caelia zwang sich am Fenster stehen zu bleiben und über das spiegelglatte, dunkelblaue Meer zu schauen. Zwei Boote schaukelten auf dem Wasser. Sie beherbergten die Teilnehmer eines Gastmahls, das bis in den nächsten Morgen hinein dauern würde. Sie selbst hatte in Begleitung Domitians oder anderer Männer schon an so etwas teilgenommen. Eine Gruppe weiß gekleideter Gestalten war zu erkennen. Lachen drang zu ihr herauf.

Asinoë kehrte zurück.

"Und?"

"Er ist noch nicht da." Die Zofe trat hinter sie. "Ich habe etwas für dich." Sie drückte Caelia einen Becher Honigwasser in die Hand.

Es war ein einfacher Tonbecher, aber er war angenehm kühl. Caelia rollte ihn über ihre erhitzte Stirn.

"Asinoë, hast du schon einmal so etwas erlebt?"

"Noch nie. Ich liebe dich und Hortensius. Mehr brauche ich nicht." Sie drückte ihrer Herrin einen Kuss auf die Wange.

Wie einfach war doch das Leben für ihre Zofe. Caelia legte ihr einen Arm um die Hüfte und trank das kühle Wasser.

Die Feier auf den Booten erreichte wohl einen vorläufigen Höhepunkt, denn lautes Lachen und Händeklatschen drangen zu den beiden Frauen hinauf. Auf den Decks entstand Bewegung. Bei einem Schiff wurde ein Segel gesetzt und auf dem anderen Ruder ins Wasser getaucht. Langsam entfernten sich die Boote. Caelia war froh darüber, andererseits blickte sie ihnen wehmütig hinterher. Die Menschen waren fröhlich und unter Freunden - statt einsam zu warten. Sie erinnerte sich an eine Bootsfahrt vor Jahren mit Domitian. Es kam ihr so vor, als wäre es in einem anderen Leben gewesen. Zuerst hatte sie unbeschwert das Beisammensein genossen, aber dann war Wind aufgekommen und ihr war übel geworden. Sie hatte sich übergeben müssen und danach nur noch eine Schulter zum Anlehnen gesucht.

"War da was am Tor? Ich habe etwas gehört."

Caelia schreckte aus ihren Überlegungen hoch. Sie drehte sich um und wollte ins Atrium eilen. Ihre Zofe hielt sie fest.

"Du kannst nicht zum Tor laufen wie eine Magd. Wenn er es ist, wird er gleich hier sein."

Asinoë hatte recht, aber trotzdem ...

"Was du verlangst."

"Ist nur zu deinem Besten."

Sie nahm Caelia den leeren Becher ab.

Die Tür wurde aufgerissen. Hortensius rief über die Schwelle: "Er ist da!"

Caelia wurden die Knie weich. In ihrer Kehle bildete sich ein Kloß.

Asinoë und Hortensius ließen ihre Herrin allein, als Widar eintrat. Sie wollte ihm entgegenlaufen, aber ihre Beine waren so schwer wie Steine. Dafür eilte er zu ihr und zog sie in die Arme. Ihre Münder pressten sich aufeinander, die Zungen begannen ihr aufregendes Spiel.

Caelias Herz schlug Salti. Sie wäre zu Boden gesunken, wenn seine starken Arme sie nicht gehalten hätten. Er hob sie hoch, als wöge sie nicht mehr als eine Feder und tanzte mit ihr im Kreis herum. Sie drückte sich gegen seinen Körper.

Der Tanz endete, indem er sie sanft zu Boden gleiten ließ. Seine Hände stützte er rechts und links neben ihrem Kopf auf, schaute auf sie herab, und sein Gesicht verzog sich zu einem Lächeln. Seine gewöhnlich verschlossene Miene wurde weich und schöner als die des Götterboten Hermes. Caelia konnte nicht anders, sie lächelte zurück und hob ihm den Kopf entgegen.

Ganz zart streiften ihre Lippen sein Gesicht, berührten wie ein süßer Windhauch Wangen und Stirn.

Sie zogen sich gegenseitig aus und berührten einander mit nicht mehr als den Fingerspitzen und den Lippen. Sie fühlte eine intime Wärme, die sie einhüllte wie eine Decke. Seine Lippen zogen Kreise, legten eine feuchte Spur zu ihrem Nabel, während er ihre Beine spreizte und die empfindliche Haut auf den Innenseiten der Oberschenkel liebkoste. Sie gab sich dem Spiel hin, rekelte sich auf dem kratzigen Teppich unter ihr und genoss den Gegensatz der Gefühle: Das Kratzige auf dem Rücken, die Zartheit von vorne. Sie konnte sich nicht satt sehen an Widars kräftigem Muskelspiel. Mit den Fingerspitzen tastete sie über seine Haut.

 

Szene 2

 

Sie schaute sich im Saal um. Die meisten Tänzerinnen waren auf eine der clinen gezogen worden, tranken Wein aus den angebotenen Pokalen und ließen sich mit Trauben füttern oder erwiesen diesem Dienst anderen.

Der die junge Ehefrau darstellende Pantomime hatte es sich auf Domitians cline bequem gemacht. Ganz in seiner Rolle gefangen, erbat er sich mit schüchternem Augenaufschlag einen süßen Kuchen vom Imperator. Mit eigener Hand nahm Domitian das Naschwerk, brach es in mehrere Teile und schob einen davon dem Pantomimen in den Mund, einen zweiten reichte er Caelia, und den letzten Teil aß er selbst.

"Cynthia dankt, Dominus et Deus", piepste der Schauspieler.

"Cynthia." Domitian griff ihr zwischen die Beine. "Wohl eher ein Cynthius."

"Oh, du hast mein Geheimnis entdeckt."

Der Schauspieler rutschte auf der Liege dichter an den Imperator heran.

Inzwischen hatte sich Ganymed wieder an Caelia angeschlichen. Er lachte breit, als sie ihn entdeckte und robbte vom Fußende näher.

"Ich habe es dir doch versprochen, vergiss deinen Ganymed nicht."

"Habe ich nicht."

Sie strich mit dem Finger über seine Maske, schob sie unter die Schnüre, mit denen sie am Kopf festgebunden war.

Er hielt ihre Hände fest, küsste jede einzelne Fingerkuppe, leckte dann zärtlich über ihre Handinnenfläche und den Arm hinauf bis zu ihrer Schulter.

Statt sie nun auf den Mund zu küssen, schob er ihr eine Erdbeere zwischen die Lippen und biss die Hälfte davon ab. Noch mit dem Geschmack der Frucht im Mund trank sie einen Schluck Wein - beides verband sich zu einer köstlichen Süße. Ganymed tat es ihr nach. Er küsste den Pokal genau an der Stelle, die Caelias Lippen berührt hatten, bevor sich sein Gesicht dem ihren näherte. Ihre Lippen trafen sich. Von ihrem Mund zog er eine feuchte Spur zu ihrer Halsgrube, nahm dort die zarte Haut zwischen die Zähne und rollte sie sanft hin und her.

Hinter dem kaiserlichen Tisch gab es einen Raum, in den man sich zu privaten Zusammenkünften zurückziehen konnte. Solche Räume gab es an allen Seiten des tricliniums, aber der des Imperators hatte die Ausmaße eines geräumigen Zimmers. Der Boden bestand aus schwarzem, spiegelndem Marmor, die Wände waren hüfthoch mit dem gleichen Material verkleidet, darüber war die Wand weiß. Reliefartige, vergoldete Säulen unterteilten die Wände, die Möblierung war luxuriös. Übergroße clinen standen an den Wänden, auf denen bequem auch zwei Paare Platz fanden, Seidendecken und Leopardenfelle dienten als weiche Unterlagen. Runde Tischchen aus Citrusholz, auf denen Wein, Wasser und Naschwerk in goldenen Schalen standen, vervollständigten die Einrichtung. Die Luft war mit Moschusduft geschwängert.

Als Caelia von Ganymed in diesen Raum getragen wurde, nahm die lüsterne Atmosphäre sie sofort gefangen. Beide waren in einen heißen Kuss versunken und ließen sich auf eine der clinen fallen. Gleich darauf folgten Domitian und Cynthius Arm in Arm. Des Imperators Tunika hatte Weinflecken auf der Brust, der Lorbeerkranz hing schief über einem Auge.

Er ließ sich neben Caelia auf die cline fallen.

"Gebt mir und euch Wein."

Weit breitete er die Arme aus. Caelia und Cynthius kuschelten sich hinein, während Ganymed ihm eine Weinschale an die Lippen setzte, dessen Inhalt über sein Kinn floss und auf seine Brust tropfte. Caelia und Cynthius leckten ihn ab. Der Imperator zog dem Pantomimen die weibliche Maske vom Gesicht und schleuderte sie in eine Ecke. Ein schlankes, gänzlich bartloses Gesicht, in dem Augen wie dunkle Seen hervorstachen kam zum Vorschein. Die Brauen waren zu elegant geschwungenen Bogen gezupft und gebürstet. Das Gesicht hätte auch einer Frau gehören können, aber es stand Cynthius außerordentlich gut.

"Gefalle ich dir?", lachte er mit unverstellter und eindeutig männlicher Stimme, als er Caelias forschenden Blick bemerkte.

Als Antwort knabberte sie an seinem Ohr.

"Der schönste Mann in Rom."

Domitian hatte genug getrunken und schlug Ganymeds Hand beiseite. Die Schale flog zu Boden, eine rote Lache floss über den Marmor.

"Wie viele Männer und Frauen verzehren sich nach dir? Sind es Hunderte oder gar eine ganze Legion?"

"Es sind mehr, als du Legionen hast", antwortete Cynthius frech und rieb seinen Unterleib an Domitians Hüfte. Mit geschickten Fingern öffnete er die goldenen Spangen, die dessen Tunika über den Schultern zusammenhielten. Wie Blütenblätter fiel das Gewand auseinander. Darunter trug der Imperator nichts mehr. Caelia half ihm ganz hinaus und tippte dabei auf seinen gladius, der sich noch unschuldig zwischen den Beinen ringelte.

Alle drei streichelten und küssten den Imperator. Mit einem wohligen Grunzen ließ er es sich gefallen. Eine seiner Hände fand Caelias Brust und drückte sie, die andere schloss sich um Ganymeds Schwanz. Dieser riss sich die Halbmaske vom Kopf und schleuderte sie zu den anderen auf den Boden. Darunter kam ein ebenso glattes Gesicht wie das des Cynthius zum Vorschein, aber es war kantiger und männlicher. Sein lockiger Schopf näherte sich Caelia, seine Lippen umschlossen ihre andere Brust. Cynthius wandte sich Domitians gladius zu, saugte und leckte, bis der Schwanz wie ein Stamm in die Höhe stand.

Sie drängten Caelia, sich auf des Imperators Schoß niederzulassen. Langsam bewegte sie sich auf und nieder, während sie die Aufmerksamkeiten der beiden jungen Männer entgegennahm. Finger und Münder entfachten ein Feuer in ihrem Leib, das sie alles andere vergessen ließ.

"Wenn ich dich nicht sofort haben kann, schönste Frau Roms", flüsterte ihr Ganymed ins Ohr.

"Dann nimm mich."

Er ließ es sich nicht zweimal sagen und spreizte ihre Pobacken.