Absolute Hingabe

Er­schie­nen: 12/2011

Genre: Soft-SM / BDSM

Lo­ca­ti­on: USA, New York

Sei­ten­an­zahl: 368


Er­hält­lich als:
pa­per­back & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-367-5
ebook: 978-3-86495-368-2

Preis:
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Absolute Hingabe


In­halts­an­ga­be

Ruben East­wick steht kurz vor der Hoch­zeit. Seine Braut ahnt nichts von sei­ner do­mi­nan­ten BDSM-Nei­gung - und das soll nach sei­ner Mei­nung auch so blei­ben. Doch Ruben hat eine Skla­vin, Emma, die er für zu zer­brech­lich hält, um sie ein­fach ab­zu­ser­vie­ren. Und so über­eig­net er Emma dem Do­mi­nus Ced­ric Sey­mour als 24/7-Skla­vin und mit dem Wink, Ced­ric solle sich Emma gänz­lich un­ter­wer­fen. Doch was Ruben nie zur Kennt­nis ge­nom­men hat, ist, das Emma gar nicht so zer­brech­lich ist, wie er glaubt.
Ced­ric sieht sich plötz­lich einer pi­kan­ten Auf­ga­be ent­ge­gen­ge­stellt. Denn Emma reizt ihn nicht nur, son­dern er stellt auch noch fest, dass Ruben – als Emmas bis­her ers­ter und ein­zi­ger Do­mi­nus - so man­ches De­tail in ihrer Er­zie­hung aus­ge­las­sen hat.
Emma, die zu­erst em­pört dar­über ist, dass Ruben sie wie einen Ge­gen­stand an den ihr un­be­kann­ten Ced­ric ver­schenkt, fin­det schnell Ge­fal­len an ihrem neuen Be­sit­zer ...

Ein ro­man­ti­scher BDSM-Ro­man. 

Über die Au­to­rin

Jazz Win­ter schreibt ero­ti­sche Kopf­ki­nos und ge­nießt die brei­te Pa­let­te, die das ero­ti­sche Wort zu bie­ten hat. Mit ihren ro­man­ti­schen BDSM-Ro­ma­nen schafft sie es, zu über­zeu­gen und zu be­geis­tern. Sie ge­nießt den Kon­takt zu ihren Le­sern und be­müht sich, neben...

Wei­te­re Bü­cher der Au­to­rin

Le­se­pro­be

XXL-Le­se­pro­be bei Boo­k2­Look

 

Emma be­fand sich mit­ten im Raum. Ihre Hand­ge­len­ke mit Man­schet­ten ver­se­hen, hing sie an einer di­cken Ei­sen­ket­te, so­dass ge­ra­de noch ihre ge­streck­ten zier­li­chen Füße den Boden fan­den. Stän­dig be­müht darum, still­zu­ste­hen, die Schwin­gun­gen auf­zu­fan­gen, die durch ihren Kör­per beb­ten, tip­pel­te sie auf Ze­hen­spit­zen, um das Gleich­ge­wicht zu be­hal­ten. Sir Ruben war seit zwei Jah­ren ihr Do­mi­nus. Sie hat­ten sich auf einer Sze­ne­par­ty durch Zu­fall ge­trof­fen. Die Tat­sa­che, dass er Chef der Ab­tei­lung war, in der sie als Se­kre­tä­rin ar­bei­te­te, über­wan­den sie schnell. In der Firma nann­te sie ihn Mis­ter East­wick, und wäh­rend der Spie­le sprach sie ihn...

...​mit Sir Ruben an. Ihre Be­zie­hung ging nie über BDSM hin­aus und wurde auch nicht von in­ni­ger hei­ßer Liebe ge­tra­gen, son­dern le­dig­lich von Zu­nei­gung, Ab­spra­che und Ver­trau­en. Er wuss­te nicht, dass er ihr ers­ter Do­mi­nus war. Viel­leicht hatte er es ge­ahnt, aber sprach nie­mals dar­über, und sie er­zähl­te es ihm auch nicht. Sie re­de­ten über­haupt kaum mit­ein­an­der, aber das mach­te Sir Ruben für Emma un­be­re­chen­bar. Sie würde nie wis­sen, was in sei­nem Kopf vor­ging, wel­che Ge­mein­hei­ten er plan­te und wel­che Lei­den­schaf­ten sie als nächs­tes für ihn be­frie­di­gen würde.
Emma legte den Kopf in ihren Na­cken und spür­te die wei­chen, ge­lock­ten Spit­zen ihres blon­den Haa­res an ihrem Rü­cken kit­zeln. Die­ses Mal war Sir Ruben nicht al­lein ge­kom­men. Der Mann in der Ecke saß still auf einem Stuhl und be­ob­ach­te­te sie durch dun­kel­grü­ne Augen. Er trug das Haar halb­lang, stu­fig ge­schnit­ten, so­dass ihm stän­dig eine dunk­le Haar­sträh­ne in die Stirn fiel, die er mit einer le­ge­ren Hand­be­we­gung wie­der zu­rück­strich. Emma war nicht gut darin, Größe und Ge­wicht eines Man­nes ein­zu­schät­zen, doch sie war si­cher, dass er zwei Köpfe grö­ßer war als sie. Sein ath­le­ti­scher Kör­per steck­te in Jeans, einem eng­an­lie­gen­den schwar­zen Longs­lee­ve, des­sen Ärmel er hoch­ge­scho­ben trug. Sein Name war Ced­ric Sey­mour. Sir Ruben hatte ihr gleich zu Be­ginn er­klärt, dass sie sei­nen bes­ten Freund Mas­ter Ced­ric zu be­ti­teln hatte, wenn es ihr er­laubt war, mit ihm zu spre­chen. Ced­ric war stumm ge­blie­ben, hatte sie nur mit die­sen un­ge­wöhn­lich dunk­len grü­nen Augen neu­gie­rig be­trach­tet.
Immer wie­der warf sie einen Blick in die Ecke, doch das Licht in die­sem kar­gen Raum schaff­te es nicht bis dort­hin, ver­barg den Frem­den in Schat­ten, was Emma ein ner­vö­ses Krib­beln unter der Haut be­scher­te. Sir Ruben um­run­de­te sie mit ab­sicht­lich lau­ten Schrit­ten, und sie wehr­te sich gegen die Ver­su­chung, sich auf Ze­hen­spit­zen ste­tig zu ihm um­zu­dre­hen. Er trug wie immer seine dun­kel­brau­ne Le­der­ho­se, die an den Sei­ten mit Schnü­ren ver­se­hen war, dar­über ein wei­ßes, weit­ge­schnit­te­nes Hemd ohne Knopf­leis­te und mit brei­ten Man­schet­ten, die er bis zu den Ell­bo­gen hoch­ge­krem­pelt hatte. An den Hand­ge­len­ken be­fan­den sich die zu der Hose pas­sen­den Le­der­stul­pen, auf denen klei­ne Nie­ten die In­itia­len R.E. auf­wie­sen, und die Füße steck­ten in schwe­ren Ar­mee­stie­feln. An­ders als im Büro, kämm­te er sich das kurze dun­kel­blon­de Haar mit Haa­r­öl zu­rück. Es glänz­te, wenn das Licht dar­auf fiel, und sah aus, als wäre er ge­ra­de erst aus der Du­sche ge­kom­men. Ein kurz ge­stutz­ter dun­kel­blon­der Bart um­rahm­te seine Lip­pen. Ei­gent­lich moch­te Emma an Män­nern lie­ber eine glatt­ra­sier­te Haut, doch sie war seine Skla­vin und er hatte in der ers­ten Nacht deut­lich klar­ge­stellt, dass sie kei­ner­lei Wün­sche zu äu­ßern habe. Op­tisch gab der kurze Bart ihm ein wil­des, ver­we­ge­nes Aus­se­hen, doch wenn er sie for­dernd küss­te, krat­zen die Stop­peln und hin­ter­lie­ßen ein wun­des Ge­fühl auf ihrem Ge­sicht. Der Mann in der Ecke war ra­siert, was seine Ge­sichts­zü­ge weich und ju­gend­lich aus­se­hen ließ. Als Sir Ruben sei­nen Freund vor­ge­stellt hatte, war Emma, als würde ihr Herz dop­pelt so schnell schla­gen. Ced­ric war gut aus­se­hend, mit mar­kan­ter Kinn­par­tie und einem klei­nen Grüb­chen di­rekt unter der Un­ter­lip­pe. Um seine dich­ten, dunk­len Wim­pern würde ihn jede Frau be­nei­den, und wenn er lä­chel­te, ent­blöß­te er per­fek­te weiße Zähne, und das Strah­len ließ seine grü­nen Augen fun­keln. Eben­so auf­re­gend emp­fand sie sei­nen Mund. Sinn­li­che­re Lip­pen hatte sie noch nie an einem Mann ge­se­hen.
Angst be­fiel sie, als Sir Ruben ihr er­öff­ne­te, sie die­ses Mal nicht al­lein zu be­nut­zen, doch als Ced­rics Lä­cheln sie um­fing, be­ru­hig­te Emma sich wie­der. Er war an­ders, das spür­te sie.
Sir Ruben gab Emma einen Stoß, so­dass ihr Kör­per ins Pen­deln ge­riet. Er lach­te höh­nisch.
„Wie lange war­test du schon hier, Skla­vin?“
Emma ver­barg das Lä­cheln, indem sie ihren Kopf zu ihrem rech­ten Ober­arm dreh­te.
„Ich weiß es nicht, Sir.“
Heute war sie frü­her in den Club ge­kom­men und hatte einen der Haus­die­ner ge­be­ten, sie ent­spre­chend zu fes­seln, damit Ruben sie so vor­fin­den würde.
„Ein hüb­scher Ein­fall und so sou­ve­rän. Das habe ich dir gar nicht zu­ge­traut. Du konn­test es wohl kaum ab­war­ten, dass ich er­schei­ne und mich an dir be­die­ne.“
„Sir, es soll ein Ge­schenk sein.“
Die De­mü­ti­gung in sei­nen Wor­ten igno­rier­te sie. Ruben zog die Stirn in Fal­ten und glät­te­te sie wie­der, als hätte er ein wenig Zeit be­nö­tigt, zu be­grei­fen, was sie ge­meint hatte.
„Zwei Jahre dienst du mir jetzt schon?“
„Ja, Sir.“
Er rieb sich über den Kinn­bart. Emma un­ter­drück­te ein Ki­chern, denn seine Art in Ses­si­ons zu reden, besaß teil­wei­se etwas Epi­sches, was er im Büro nie tat.
„Dann werde ich mir wohl heute etwas Be­son­de­res für dich ein­fal­len las­sen.“
Seine schwe­ren Schrit­te führ­ten ihn zur Tür, wo sein Le­der­kof­fer stand, den er immer mit sich trug, wenn er den Club be­such­te. Darin be­wahr­te er seine Spiel­zeu­ge auf. Emma ver­such­te, über seine Schul­ter zu bli­cken und her­aus­zu­fin­den, für wel­ches Schlag­werk­zeug er sich ent­schei­den würde, doch sein brei­ter Rü­cken ver­sperr­te ihr die Sicht. Ruben hock­te vor dem ge­öff­ne­ten Kof­fer und gab einen lang­ge­zo­ge­nen un­schlüs­si­gen Laut von sich. Sein Kopf dreh­te sich zu Ced­ric.
„Möch­test du den Vor­tritt? Wenn du es willst, über­las­se ich dir das erste Mal.“
Der Freund ant­wor­te­te nicht, und da er im Schat­ten saß, konn­te sie auch keine Ges­tik aus­ma­chen.
„Also gut, dann be­gin­ne ich. Wenn dir da­nach ist, kannst du je­der­zeit ins Ge­sche­hen ein­grei­fen.“
Emmas Herz klopf­te wil­der, denn die Aus­sicht, dass Ced­ric zu­se­hen würde, sie viel­leicht sogar be­rüh­ren könn­te, ließ die Span­nung im Raum stei­gen. Er würde sich neh­men, wo­nach ihm war, und sie würde nicht wis­sen, was es wäre, bevor er es nicht tat. Ru­bens Un­be­re­chen­bar­keit war ein lust­vol­les Eli­xier, doch die An­we­sen­heit des Frem­den und die Un­ge­wiss­heit, wel­che Nei­gun­gen ihm zu eigen waren, brach­ten eine fri­sche Würze. Sie keuch­te leise, schloss die Augen.
„In all der Zeit habe ich nie­mals ein Werk­zeug auf dei­ner Haut tan­zen las­sen. Was wird es wohl sein?“
Es klang, als hätte Ruben die Fra­gen ziel­los in den Raum ge­wor­fen. An nie­man­den ge­rich­tet.
„Ant­wor­te, Skla­vin!“
„Ich weiß es nicht, Sir.“
„Dann werde ich dir auf die Sprün­ge hel­fen. Es ist lang, aus Leder und schmerz­haft.“
Emma sog tief den Atem in ihre Lun­gen, und das Zit­tern ihres Kör­pers nahm um­ge­hend zu.
„Die Peit­sche, Sir.“
„Eine gute Ant­wort.“
„Aber, Sir, wir haben dar­über ge­spro­chen ...“
Er ging nicht drauf ein, ließ das Leder laut durch die Luft knal­len und ge­noss ihre Angst. Emma zuck­te zu­sam­men und stieß einen lei­sen Laut vol­ler Ent­set­zen aus.
„Haben wir das?“
„Ja, Sir … Sie haben es ver­spro­chen.“
Sir Ruben trat näher an sie heran, be­rühr­te mit dem Knauf der Peit­sche ihren Rü­cken und spür­te dem Beben nach, das sie durch­floss.
„Und warum habe ich es dir ver­spro­chen?“
„Weil ich nicht in der Lage bin, Schmer­zen gut zu er­tra­gen, Sir.“
„Heute ist ein ganz be­son­de­rer Tag, und den Rohr­stock vor ei­ni­ger Zeit hast du tap­fer hin­ge­nom­men.“
„Sir, ich er­tra­ge die Peit­sche nicht.“
„Hast du sie je aus­pro­biert?“
Es war die Angst davor, wie tief sich das Le­deren­de in ihre Haut bei­ßen könn­te. Die Panik, wie viel Kraft er auf­wen­de­te, um sie zum Schrei­en zu brin­gen. Das Ge­räusch al­lein jagte ihr einen Schreck ein und hall­te in ihrem Kopf wider. Mit gro­ben Fin­gern griff Sir Ruben in ihre blon­den Lo­cken und riss Emmas Kopf weit in den Na­cken.
„Hatte ich dir nicht ge­sagt, dass ich über meine Ent­schei­dun­gen nicht dis­ku­tie­re?“
„Ja, Sir, das haben Sie.“
Er ließ sie los und gab ihr einen wei­te­ren Stoß. Sie wirk­te wie ein mensch­li­ches Pen­del an der Kette und war be­müht, ihre At­mung wie­der unter Kon­trol­le zu be­kom­men.
„Es gibt für alles ein ers­tes Mal.“
„Es ist aber ein Tabu.“
„Tz, Tabu … Tabus sind nur Gren­zen, die man er­wei­tern kann.“
Was war heute in Ruben ge­fah­ren? Lag es an der An­we­sen­heit sei­nes Freun­des, dass er sich be­nahm, als stün­de er in einem Wett­kampf? War es ein schlech­ter Tag im Büro ge­we­sen? Oder woll­te er sich selbst etwas be­wei­sen?
„Bitte, Sir … ich kann nicht.“
Ihre Stim­me klang wie ein jäm­mer­li­ches Wim­mern, und das de­mü­tig­te sie, nicht nur vor Ced­ric, son­dern auch vor sich selbst.
„Stell dich nicht so an. Du hast schon schlim­me­re Lei­den er­tra­gen. Was habe dich über Schmerz ge­lehrt?“
„Ich er­tra­ge ihn für Sie, Sir.“
„Und?“
„Weil es Sie be­frie­digt, mich lei­den zu sehen, Sir.“
Ruben trat ei­ni­ge Schrit­te vor ihr zu­rück, roll­te pro­vo­kant lang­sam die Le­der­peit­sche zu­sam­men, um sie dann wie­der zu ent­rol­len.
„Dreh mir deine hüb­sche Rück­an­sicht zu.“
Emma zö­ger­te. Das Zit­tern in ihr mach­te es schwer, sich auf den Ze­hen­spit­zen im Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Im Au­gen­win­kel er­kann­te sie, dass Ced­ric sei­nen Kör­per vor­beug­te. Ein er­stick­tes Wim­mern drang von ihren Lip­pen, ob­wohl das Leder noch nicht ihre Haut be­rührt hatte.
„Die Angst vor mir steht dir gut.“
Sie konn­te nicht ant­wor­ten, ver­steif­te sich in Er­war­tung des ers­ten Hiebs und schloss die Augen. Ihre Hände in den Ge­lenkm­an­schet­ten ball­ten sich zu Fäus­ten, und jeder Mus­kel in ihrem Kör­per spann­te sich. Der Stuhl in der dunk­len Ecke wurde be­wegt, und Ced­rics Schrit­te kamen näher. Ruben lach­te kalt und ließ die Peit­sche ein wei­te­res Mal knal­len. Sie hörte, wie er aber­mals aus­hol­te. Emma press­te die Lip­pen fest zu­sam­men vor Panik. Ein dump­fes Ge­räusch er­tön­te hin­ter ihr. Es klang wie ein Schlag, doch das war es nicht. Ced­ric hielt Ru­bens Arm fest, denn ihr Herr war im Be­griff ge­we­sen sie zu peit­schen.
„Sie wirkt nicht, als sei sie dazu be­reit, Ruben.“
Ced­rics Stim­me klang tief und weich. Skep­sis schwang in sei­nen Wor­ten und über­rasch­te nicht nur Emma.
„Ach was, sie stellt sich immer so an.“
„Das sieht nicht da­nach aus.“
„Willst du mir die Stim­mung ver­der­ben, Ced­ric?“
„Ich will nicht, dass du mei­net­we­gen ihre Tabus brichst. Das ist nicht nötig.“
Ced­ric blieb hin­ter Emma ste­hen, und als er ihre Tail­le sanft um­fass­te, über­zog die Be­rüh­rung ihren Kör­per mit einer woh­li­gen Gän­se­haut.
„Du sag­test, sie sei er­fah­ren. Ich glau­be, dass du dich irrst.“
Lang­sam dreh­te er sie zu sich um, schob seine Fin­ger­spit­zen unter ihr Kinn.
„Sieh mich an, Emma. Sag mir die Wahr­heit. Er ist dein Ers­ter, nicht wahr?“
„Ja, Mas­ter Ced­ric.“
An Sir Ru­bens Ge­sichts­aus­druck sah sie die Über­ra­schung. Er hatte es nicht ge­wusst, nicht ein­mal ge­ahnt. Er warf wü­tend die Peit­sche von sich und wand­te sich knur­rend ab.
„Warum hast du das nie er­wähnt?“
Ced­ric schmun­zel­te und roll­te mit den Augen, eine Geste, die zeig­te, dass er nichts an­de­res von sei­nem Freund er­war­tet hatte.
„Sie haben mich nie ge­fragt, Sir.“
Ced­rics grüne Augen bohr­ten sich in sie, als er sie ein­ge­hend be­trach­te­te, wie ein Ob­jekt, das man genau stu­dier­te. Plötz­lich lan­de­te seine fla­che Hand in ihrem Ge­sicht. Ihre Wange brann­te, als hätte Feuer sie ge­küsst.
„Das ist für deine Un­ehr­lich­keit.“
Emma er­starr­te. Die Linke straf­te er eben­falls mit einer hef­ti­gen Ohr­fei­ge, und sie spür­te, wie sich die Ab­drü­cke hit­zig färb­ten.
„Und die war für deine Streit­sucht.“
„Aber ich habe nicht strei­ten wol­len!“
„Du hast sie schlecht er­zo­gen, mein Freund.“
Ced­ric löste die Ver­an­ke­rung der Ei­sen­ket­te. Er ließ ihr kaum Zeit, sich von dem Schreck sei­ner Ohr­fei­gen zu er­ho­len. Als er ihren Kör­per über sein auf­ge­stell­tes rech­tes Knie beug­te, ahnte sie, was er tun würde. Seine Fin­ger­spit­zen strei­chel­ten über ihre Hin­ter­ba­cken, sanft und weich. Dann pack­te er zu, grob und fest. Er be­gann mit leich­tem Tät­scheln, ver­teilt auf beide Run­dun­gen, die er ste­tig stei­ger­te. Leich­te Klat­scher wuch­sen zu Hie­ben, die ihr deut­lich seine Kraft de­mons­trier­ten. Sie keuch­te, stöhn­te, und als er harte, hef­ti­ge Schlä­ge auf ihrem Hin­tern ver­teil­te, schrie sie auf. Die Hitze auf ihrem Po in­ten­si­vier­te sich mit jedem Hieb, der dar­auf lan­de­te, und hin­ter­ließ ein Bren­nen, das lang­sam zu einem Schmerz her­an­wuchs, den sie noch nicht er­lebt hatte. Ced­ric hielt inne, um­schloss mit einer Hand ihre Kehle und hob ihr Ge­sicht. Sein Kopf beug­te sich zu ihr hinab.
„Es tut mir ge­nau­so weh wie dir, Emma.“
Die Er­hei­te­rung in sei­ner Stim­me sagte ihr, dass es ihm ge­fiel, aber dass auch seine Hand brann­te. Wei­te­re Schlä­ge folg­ten und lös­ten eine Bar­rie­re tief in ihrem Be­wusst­sein. Hit­ze­wel­len dran­gen durch ihren Kör­per, sam­mel­ten sich in ihrem Un­ter­leib und ver­ur­sach­ten ein solch lust­vol­les Po­chen in ihrer Scham, dass ihre Schreie sich zu Lust­lau­ten ver­wan­del­ten. Er be­rühr­te die stark ge­rö­te­ten Stel­len, die sich unter dem zärt­li­chen Strei­cheln wie tau­send Na­del­sti­che an­fühl­ten. Erst jetzt spür­te Emma, dass ihr Trä­nen über die Wan­gen lie­fen und von ihrem Kinn zu Boden tropf­ten. Ced­rics Fin­ger­kup­pen glit­ten in ihrer Po­fal­te tie­fer, bis er ihre Nässe er­fühl­te. Er drang zwi­schen ihre ge­schwol­le­nen Scham­lip­pen, tas­te­te zu ihrem Ein­gang und schob ihr ein Fin­ger­paar tief in den Leib. Emma keuch­te, halb vor Ent­set­zen über die ei­ge­ne Er­re­gung, halb vor Er­leich­te­rung end­lich Fülle zu spü­ren. Ihr Hin­tern glüh­te, und ihr Un­ter­leib stand lich­ter­loh in Flam­men für sein Fin­ger­spiel. Be­sitz­er­grei­fend schob er die Fin­ger­spit­zen tie­fer in sie, schob sie in einem viel zu schnel­len Rhyth­mus ein und aus. Immer mehr Nässe drang aus ihrer Scham, und die Lust stieg in einem solch ra­san­ten Tempo an, dass Emma glaub­te, die Be­sin­nung zu ver­lie­ren.
„Komm für mich, Emma, du hast es dir ver­dient.“
Sie ex­plo­dier­te, wegen sei­ner ge­flüs­ter­ten Worte, die warm und sei­dig durch ihr Haar flos­sen, wegen sei­ner Er­laub­nis, wegen sei­ner hef­ti­gen Fin­ger, und schrie die Er­lö­sung aus sich her­aus. Zu­ckend um­schlos­sen ihre in­ti­men Mus­keln ihn, und der Hö­he­punkt schien kein Ende zu neh­men. Er trieb sie wei­ter, for­der­te noch mehr von ihr, und ihre Schreie hall­ten von den Wän­den des Raums wider. Als Ced­ric von Emma ab­ließ, lag sie wie ein zit­tern­des Stück Lust­fleisch am Boden, fühl­te nichts mehr, außer dem en­er­gi­schen Zu­cken ihrer Mus­keln, dem dump­fen Po­chen in ihrem Schoß und dem Pul­sie­ren ihrer Kli­to­ris. Aus dem Au­gen­win­kel sah sie, wie Ced­ric Ruben zu­frie­den lä­chelnd auf die Schul­ter klopf­te.
„Jetzt bist du dran.“
Sir Ruben schluck­te und be­rühr­te die aus­ge­präg­te Beule in sei­nem Schritt. Es hatte ihn über die Maßen er­regt, sei­nem Freund zu­zu­se­hen. Er leck­te sich über die Lip­pen und ging hin­ter Emma auf die Knie und öff­ne­te seine Hose. Wie im Nebel bekam Emma nur Teile davon mit. Ruben roll­te sich ein Kon­dom über, po­si­tio­nier­te ihren Un­ter­leib und stieß hart und be­sitz­er­grei­fend in sie. Über­rascht hob er seine Au­gen­brau­en.
„Ich kann ihren Or­gas­mus noch immer füh­len. Wow.“
Er nahm sie grob wie nie zuvor. Sein Schwanz bohr­te sich in ihren Leib, und seine Hände, die sich in ihre wei­chen Hüf­ten gru­ben, ris­sen sie den Stö­ßen ent­ge­gen. Lang­sam kam Emma zu sich, fühl­te sei­nen fes­ten Schaft in ihr ar­bei­ten, doch viel schlim­mer als die­ser Schmerz war das ge­räusch­vol­le Auf­pral­len sei­ner Hüf­ten an ihren Hin­ter­ba­cken. Das wunde Bren­nen zuck­te wie elek­tri­sche Im­pul­se durch ihren Kör­per und er­in­ner­te sie an Ced­rics Hand, die ihr die Schlä­ge ver­ab­reicht hatte. Daran würde sie wohl eine ganze Weile den­ken. Ruben kam mit einem tie­fen Knur­ren und press­te sie fest an seine Brust. Da­nach stieß er sie höh­nisch la­chend zu Boden, press­te den rech­ten Stie­fel zwi­schen ihre nack­ten Brüs­te.
„Küss die Stie­fel und be­dan­ke dich.“
Sie ge­horch­te zö­gernd, legte ihre Lip­pen auf die Schuh­spit­ze und hob ihren Blick zu sei­nem Ge­sicht.
„Danke, Sir Ruben.“
Er ließ sie sein Ge­wicht spü­ren, als stün­de er kurz davor, sie wie eine Made zu zer­tre­ten. Schwung­voll wand­te er sich ab, blieb neben Ced­ric ste­hen und grins­te zu­frie­den.
„Du bist dran.“
Er­war­tungs­voll blick­te Emma in Ced­rics Rich­tung. Ihr Herz häm­mer­te in ihrer Brust. Sie woll­te, dass er sie be­nutz­te, wie es Sir Ruben getan hatte. Sie wünsch­te sich so sehr, ihn in sich zu spü­ren, seine Lust zu er­le­ben und seine Do­mi­nanz zu er­tra­gen. Ihr Blick fleh­te ihn an, sie zu neh­men, doch zu ihrer Über­ra­schung schüt­tel­te er den Kopf.
„Mir reicht es.“
Als könn­te er sehen, was die Worte in ihr aus­lös­ten, als hätte er genau das auch be­ab­sich­tigt, wurde das Lä­cheln auf sei­nem Ge­sicht brei­ter. Emma fühl­te sich, als ob das Nichts sie ver­schluck­ten woll­te. Mas­ter Ced­ric ver­schmäh­te sie, nach­dem er sie so hef­tig hatte kom­men las­sen. Sie ver­grub ihr ge­rö­te­tes Ge­sicht in ihrer rech­ten Arm­beu­ge. Seine Schrit­te ent­fern­ten sich. Die Tür öff­ne­te und schloss sich ge­räusch­voll. Mas­ter Ced­ric war ge­gan­gen und sie war mit Sir Ruben al­lein.

Ced­ric saß an der Bar und trank einen Scotch. Von der an­de­ren Seite der Theke lä­chel­te ihm eine De­vo­te zu, doch er re­agier­te nicht auf sie. Mit ent­täusch­ter Mimik dreh­te sie sich auf ihrem Bar­ho­cker ab, glitt vom Le­der­pols­ter und ver­schwand in einem der Spiel­zim­mer. Er hob sein Glas. Es war lange her, seit er hier ge­we­sen war. Aus be­ruf­li­chen Grün­den, lebte und ar­bei­te­te er in einer an­de­ren Stadt, prak­tisch in einem an­de­ren Bun­des­staat. Den­noch muss­te er zu­ge­ben, dass er New York in der gan­zen Zeit kein Stück ver­miss­te hatte. Er ge­noss die Wärme von Miami Beach City, die noble Ge­gend in der er wohn­te, sein schi­ckes, hel­les Apart­ment in der Stadt mit herr­li­chem Blick auf das tür­kis­grü­ne Meer. Nicht eine Se­kun­de hatte Ced­ric es be­reut, aus sei­ner Hei­mat­stadt in den son­ni­gen Staat Flo­ri­da um­zu­sie­deln. Dass er zu­rück­ge­kehrt war, lag an einer Ein­la­dung, die Ruben ihm mit der Bitte ge­schickt hatte, ein paar Tage frü­her als die an­de­ren Gäste an­zu­rei­sen. Ob Emma Be­scheid wuss­te? Ced­ric schüt­tel­te den Kopf und dach­te dar­über nach, was vor einer hal­ben Stun­de im Spiel­zim­mer ge­sche­hen war. Sein Freund hatte ihm Emma als schüch­tern, scheu und zer­brech­lich be­schrie­ben. Das pass­te je­doch nicht zu der Frau, die Ruben ihm als seine Spiel­ge­fähr­tin vor­ge­stellt hatte. Warum war Ced­ric ihre Un­er­fah­ren­heit auf­ge­fal­len, aber Ruben über­rascht, was Emma zwei Jahre ver­schwie­gen hatte? Ced­ric schnaub­te. Er selbst pfleg­te seine Kon­tak­te mit, de­vo­ten Frau­en, die sich zu Ses­si­ons mit ihm tra­fen. Ihm war es wich­tig, sie zu ken­nen. Er muss­te sie ein­schät­zen kön­nen, um ihre Gren­zen aus­zu­wei­ten, doch nie­mals würde er ein von ihnen ge­setz­tes Tabu über­schrei­ten. Was war bloß in Ruben ge­fah­ren? Hatte er Ced­ric be­wei­sen wol­len, wie her­vor­ra­gend er Emma be­herrsch­te? Seuf­zend leer­te Ced­ric sei­nen Scotch und be­stell­ten ein Glas Was­ser.
Ruben wirk­te er­schöpft, sein Ge­sicht ge­rö­tet von An­stren­gung und ver­eb­ben­der Lust, als er an die Bar kam.
„Du hast sie gut in Stim­mung ge­bracht. Das hat mir ge­fehlt. Wir zwei, eine Skla­vin.“
Ruben hob einen Fin­ger, und der Bar­kee­per stell­te ihm eben­falls ein Glas Was­ser hin.
„Ruben, du bist ober­fläch­lich ge­wor­den. Was soll­te das eben? Wenn sie ein Tabu fest­setzt, hast du es zu re­spek­tie­ren. Du kannst dich nicht über ihren Kopf hin­weg­set­zen. Das hat nichts mit Lust am Schmerz zu tun.“
„Du ver­stehst das falsch. Man muss sie manch­mal zu ihrem Glück zwin­gen.“
Ced­ric schwieg über die selt­sa­me Ant­wort sei­nes bes­ten Freun­des und be­trach­te­te Ru­bens auf­ge­wühl­tes, glän­zen­des Ge­sicht.
„Emma ist ein wenig wi­der­spens­tig, wenn es darum geht, Dinge von ihr zu for­dern. Aber sie ver­fügt über Po­ten­ti­al.“
„Po­ten­ti­al wozu?“
Ruben klang, als hätte er grö­ße­re Pläne, was Emma be­traf.
„Ich habe ihr Lek­tü­re zu lesen auf­ge­ge­ben, und sie war sehr an­ge­tan von der Ge­schich­te der O.“
Ced­ric lach­te, nahm einen Schluck Was­ser. Er kann­te Ru­bens Be­ses­sen­heit mit die­sem Buch und schien dar­aus einen Schluss zu zie­hen.
„Es ist ein Klas­si­ker und ge­hört zur an­er­kann­ten Welt­li­te­ra­tur! Ich kenne Va­nil­las, die das Buch eben­so gut fan­den.“
Ruben igno­rier­te sei­nen Ein­wand, blick­te über Ced­rics Schul­ter und hob die Hand.
„Emma, wir sind hier. Komm und setz dich zu uns.“
Als Ced­ric in Emmas Rich­tung blick­te, sah er deut­lich Über­ra­schung in ihrem Ge­sicht, als wäre sie es nicht ge­wohnt, nach einem Spiel mit ihrem Herrn zu reden und zu trin­ken. Zö­ger­lich schlüpf­te sie aus dem Ärmel ihrer Jacke, die sie ge­ra­de im Be­griff war über­zu­zie­hen, und nä­her­te sich den bei­den Män­nern.
„Ich dach­te, wir wären fer­tig, Mis­ter East­wick.“
Ruben zog Emma näher heran.
„Was möch­test du trin­ken?“
„Nichts, danke.“
Ihre Augen senk­ten sich so­fort, als Ced­ric ihren Blick such­te. Emma war es tat­säch­lich nicht ge­wohnt, sich nach einer Ses­si­on mit Ruben aus­zu­tau­schen. Was tat die­ser Mann? Ced­ric glitt von sei­nem Bar­ho­cker und bot ihn ihr an.
„Setz dich, Emma.“
Als hätte Ced­ric ihren Ge­hor­sam ein­ge­for­dert, nahm sie so­fort dar­auf Platz. Er hob kurz seine Au­gen­brau­en und er­wi­der­te den Blick­kon­takt sei­nes Freun­des. Ruben schien über ihre Un­ter­wür­fig­keit mehr als zu­frie­den.
„Ced­ric scheint dich mäch­tig be­ein­druckt zu haben.“
Sie schwieg. War sie doch zu­rück­hal­tend und schüch­tern, wie Ruben sie be­schrie­ben hatte, oder lag es an sei­ner An­we­sen­heit?
„Du fürch­test dich also vor der Peit­sche?“
Ced­rics sanft aus­ge­spro­che­ne Frage ließ sie zu­sam­men­zu­cken. Emma hob kurz ihren Kopf, blick­te je­doch über seine Schul­ter, mied den di­rek­ten Au­gen­kon­takt. Er schob seine Fin­ger­spit­zen unter ihr Kinn und war­te­te ge­dul­dig so­lan­ge, bis sie ihn end­lich ansah.
„Es ist nicht so schlimm, wie du denkst. Deine Ge­dan­ken blo­ckie­ren dei­nen Ge­nuss. Aber man kann es dir nicht vor­wer­fen. Du bist noch sehr un­er­fah­ren.“
„Woher wis­sen Sie, wie schlimm die Peit­sche wirk­lich ist?“
Seine Stim­me senk­te sich zu einem Flüs­tern, das sinn­lich unter ihre Haut kroch.
„Weil ich weiß, wie sie sich an­fühlt.“
Emma Augen wei­te­ten sich.
„Aber Sie sind doch …“
„Ich muss doch wis­sen, was meine Skla­vin fühlt, damit ich weiß, wel­che Art von Le­der­bis­sen ihr den größ­ten Lust­schmerz schenkt.“
Das Grün sei­ner Augen wirk­te noch dunk­ler, noch tie­fer, und sie starr­te wie ge­bannt hin­ein. Blin­zelnd löste sie sich von dem An­blick und räus­per­te sich.
„Ich habe kein Be­dürf­nis da­nach, es zu er­fah­ren.“
„Das wird sich än­dern, dafür werde ich sor­gen!"
Als Ruben sich in die Un­ter­hal­tung ein­misch­te, zogen sich Emmas Au­gen­brau­en kurz wie zor­nig zu­sam­men, doch sie er­wi­der­te nichts, wäh­rend ihr Herr auf­lach­te und sich Ced­ric zu­wand­te.
„Warum weiß ich von die­ser Ge­schich­te nichts? Du hast dich peit­schen las­sen? Von wem?“
„Einer Freun­din.“
„Kenne ich sie?“
Ced­ric löste sei­nen Blick von Emma und sah amü­siert in Ru­bens er­hei­ter­tes Ge­sicht.
„Du soll­test die Er­fah­rung auch ein­mal ma­chen. Du wür­dest deine Ge­spie­lin­nen mit an­de­ren Augen be­trach­ten.“
„Nein, danke, ich stehe lie­ber auf der an­de­ren Seite der Peit­sche.“
Emma legte die Hände flach auf die blank­ge­putz­te Theke und starr­te auf ihre Fin­ger­nä­gel. Ihre Fin­ger waren lang und zier­lich, die Nägel ein wenig län­ger und glänz­ten von einem ein­fa­chen Klar­lack.
„Ich möch­te nicht un­höf­lich sein, aber warum sitze ich hier, Mis­ter East­wick?“
Prü­fend wand­te sich Ced­ric ihr wie­der zu. Sie sprach ihren Herrn förm­lich an, doch an­ders als wäh­rend der Ses­si­on. War das eine Ab­ma­chung, um Spiel und Nicht­spiel von­ein­an­der ab­zu­gren­zen?
„Emma, ich muss dir etwas sagen.“
Dies­mal hob Ruben ihr Kinn zu sich empor.
„Ich werde hei­ra­ten und kann nicht län­ger dein Herr sein.“
„Ich ver­ste­he.“
„Aber ich fühle mich für dich ver­ant­wort­lich und will dich in guten Hän­den wis­sen. Jetzt, da ich weiß, wie un­er­fah­ren du bist, ge­den­ke ich dich zur Er­zie­hung in das Haus eines Freun­des zu schi­cken. Da­nach werde ich dich Mas­ter Ced­ric über­eig­nen.“
Emma schluck­te hör­bar, ihre Hände ball­ten sich zu Fäus­ten.
„Ich möch­te nicht, dass du in fal­sche Hände ge­rätst. Ced­ric wird dir ein guter Herr sein, wenn du die Aus­bil­dung ab­ge­schlos­sen hast.“
„Mo­ment mal, Ruben, wovon zum Teu­fel re­dest du?“
Er lä­chel­te Ced­ric an, der laut­stark pro­tes­tier­te.
„Ich habe dich ge­be­ten, frü­her zu kom­men, weil ich dir Emma geben will. Sie soll deine O sein.“
„Wie bitte?“
Die Fas­sungs­lo­sig­keit in Emmas Stim­me brach­te die Ge­sprä­che an­de­rer Gäste des Clubs zum Still­stand.
„Hast du noch alle Tas­sen im Schrank? Ich bin keine Ware, die du nach Ge­brauch ein­fach wei­ter­rei­chen kannst. Ich bin kein Wan­der­po­kal, den jeder ein­mal an­fas­sen darf. Was denkst du dir ei­gent­lich? Was glaubst du ei­gent­lich, wer ich bin?“
Sie rutsch­te vom Bar­ho­cker und fuch­tel­te wild mit den Hän­den in der Luft. Ced­ric glaub­te, jeden Mo­ment würde Emma aus­ho­len, um Ruben zu ohr­fei­gen. Ihr Zorn war lei­den­schaft­lich und un­ge­bremst, eben­so war er über­ra­schend ex­plo­siv.
„Ich bin nicht dein Ei­gen­tum, falls du das ge­glaubt hast. Wir hat­ten Sex, wir haben uns zu Ses­si­ons ge­trof­fen, nicht mehr und nicht we­ni­ger. Ich wüss­te nicht, wann ich dir das Recht zu­ge­stan­den habe, über mich frei zu ver­fü­gen. Eine O? Ich bin ein le­ben­der, at­men­der Mensch, eine Frau mit einem Leben au­ßer­halb die­ses Clubs. Ich ar­bei­te und liebe mei­nen Beruf, ich habe Freun­de, und ich habe einen Hund. Ich bin keine fik­ti­ve Ro­man­fi­gur, die ein Autor nach Her­zens­lust durch die Hölle von Lust und Schmerz ge­schickt hat.“
Sie stand jetzt so dicht vor Ruben, dass sie sich sogar auf ihre Zehen erhob, um noch bes­ser in sein über­rasch­tes Ge­sicht sehen zu kön­nen.
„Ich werde mich nie­mals einem Mann so aus­lie­fern wie in die­ser Ge­schich­te. Was deine Hei­rat be­trifft: Viel Glück, aber selbst du hät­test mich nicht zu einer O ge­macht. Du bist ver­rückt, du bist voll­kom­men ver­rückt.“
Ge­ra­de als Ced­ric dach­te, sie würde sich um­dre­hen und aus dem Raum rau­schen, schall­te die Ohr­fei­ge so hef­tig in Ru­bens Ge­sicht, dass er­neut alle Ge­sprä­che um sie herum ver­stumm­ten. Als Emma sich zu Ced­ric um­dreh­te, lag eine Art Be­dau­ern in ihren hüb­schen Ge­sichts­zü­gen, und er er­kann­te so­fort, dass sie glaub­te, er hätte von Ru­bens Plä­nen ge­wusst. Er schüt­tel­te lä­chelnd den Kopf und ließ sie gehen.
„Eine O, hm?“
La­chend griff Ced­ric nach sei­nem Glas und trank es leer.
„Darf es noch etwas sein, meine Her­ren?“
„Zwei Scotch auf Eis. Mein Freund muss die bit­te­re Er­kennt­nis ver­dau­en, dass er seine Skla­vin völ­lig falsch ein­ge­schätzt hat und das seit gut zwei Jah­ren.“
Ruben setz­te sich steif auf den Bar­ho­cker neben Ced­ric. Emmas Hand­ab­druck auf sei­ner Wange färb­te sich zu einem knal­li­gen Rot.
„Das ge­nießt du jetzt, nicht wahr?“
„Ge­nuss finde ich in an­de­ren Din­gen. Bei dir ist es eher Scha­den­freu­de. Warum er­ken­ne ich auf einen Blick, was du nach zwei Jah­ren nicht weißt? Zwei Jahre, Ruben! Sie wirkt auf mich wie eine blu­ti­ge An­fän­ge­rin. Hast du nie mit ihr ge­spro­chen?“
„Das war nie nötig. Meist ist sie nach dem Spiel unter die Du­sche, und dann ist sie ge­gan­gen.“
„Woher zum Teu­fel kennst du sie ei­gent­lich?“
„Sie ist eine Se­kre­tä­rin in mei­ner Ab­tei­lung, warum?“
„Ich hoffe, du hast deine Kelly bes­ser im Blick und kennst sie.“
„Ja, das tue ich, das ist auch der Grund, warum ich heute zum letz­ten Mal eine Ses­si­on ab­sol­viert habe.“
„Das klingt end­gül­tig.“
„Ist es auch, und ich meine es ernst. Kelly weiß nichts hier­von, und sie würde mich nicht hei­ra­ten, wenn sie davon er­fah­ren würde. Sie hält sogar klei­ne Fes­sel­spie­le schon für per­vers, also kannst du dir den­ken, was sie sagen würde, wenn ich mich ihr ge­gen­über als BDSMler oute.“
„Soll das ein Scherz sein? Ist das der Grund, warum du mir Emma ver­er­ben woll­test?“
„Unter an­de­rem. Kelly ist in der Ver­gan­gen­heit oft hin­ter­gan­gen wor­den und sehr skep­tisch, daher war es mir ein An­lie­gen, die Sache mit Emma end­gül­tig zu be­en­den. Aber ich fühle mich nicht gut bei dem Ge­dan­ken, dass sie auf ei­ge­ne Faust nach einem neuen Do­mi­nus sucht. Des­halb dach­te ich an dich.“
Ced­ric zog die Au­gen­brau­en zu­sam­men.
„Warte, du willst ein­fach so auf­hö­ren? Von heute auf mor­gen?“
„Ab­so­lut.“
Ced­ric lach­te laut auf und senk­te sei­nen Kopf, doch der Mann neben ihm mein­te es ernst.
„Ruben, du kannst deine Nei­gun­gen nicht aus­schal­ten, als wür­dest du ein Gerät be­tä­ti­gen. Frü­her oder spä­ter wird sich dein Wunsch da­nach so en­er­gisch mel­den, dazu bist du schon zu lange dabei. Liebe ist etwas wun­der­ba­res, aber einem Part­ner sol­che per­sön­li­chen Sei­ten zu ver­schwei­gen und ihn im Un­wis­sen dar­über zu las­sen ist falsch. Wenn sie dich liebt, wird sie auch diese Seite an dir lie­ben ler­nen. Ruben, du kannst nicht ein­fach damit auf­hö­ren und so tun, als wäre deine Ehe in Watte ge­packt. Das funk­tio­niert auf Dauer nicht.“
„Du musst es ja wis­sen. Du warst schon wie oft ver­hei­ra­tet? Oh ja, nicht ein ein­zi­ges Mal.“
Der Sar­kas­mus glitt an Ced­ric ab. Ruben lehn­te sich über die Theke.
„Eine Ehe ist eine Kette von Kom­pro­mis­sen, die man aus Liebe ein­geht. Ich kann nicht von Kelly er­war­ten, dass sie meine Nei­gun­gen to­le­riert. Ich liebe sie, also muss ich se­xu­el­le Ein­schrän­kun­gen hin­neh­men.“
„Hin­neh­men? Das ist keine Ein­schrän­kung, du ver­schweigst ihr damit einen Groß­teil des­sen, was dich aus­macht, Ruben. Du ver­leug­nest dich damit vor dir selbst. Wie lange, glaubst du, wird das gut gehen?“
„Oh, jetzt komm mir nicht mit Ehr­lich­keit. Das hat damit nichts zu tun. Es gibt Dinge, die man vor der Ge­lieb­ten ver­schweigt, um sie nicht zu ver­let­zen.“
„Du sagst, sie ist be­reits skep­tisch wegen ihrer Ver­gan­gen­heit. Wie willst du ohne Ehr­lich­keit ihr be­din­gungs­lo­ses Ver­trau­en ge­win­nen, Ruben?“
„Sie ver­traut mir, und das werde ich nicht mit einer sol­chen Bürde auf ihren Schul­tern zer­stö­ren. Ich kann mich be­herr­schen und trotz­dem glück­lich wer­den.“
Ced­ric wi­der­sprach ihm nicht, denn Ruben war über­zeugt, auch wenn sein Plan nie auf­ge­hen würde.
„Also was denkst du?“
„Über was?“
„Über Emma! Sie ge­fällt dir doch, oder etwa nicht?“
„Ruben, machst du Scher­ze? Hast du eben nicht ge­hört, was sie ge­sagt hat? Sie ist keine O, und sie ist bei Wei­tem nicht die zer­brech­li­che, naive, klei­ne Skla­vin, die du in ihr sehen willst. Sie weiß, wor­auf sie sich ein­ge­las­sen hat, und sie weiß, was sie nicht will. Ich werde ga­ran­tiert nicht ihr Sir Ste­ven und sie wird keine O. Was geht ei­gent­lich in dei­nem Kopf vor? Was ist in dem letz­ten Jahr pas­siert? Ich habe das Ge­fühl, ich kenne dich über­haupt nicht mehr.“
„Ced­ric, ich gebe zu, dass ich dich damit über­fal­le. Und ich kenne deine Vor­lie­ben. Ich mein­te es ernst, als ich den Vor­schlag mit der Er­zie­hung er­wähn­te.“
„Ruben, sperr deine Ohren auf, du kannst nichts ver­schen­ken, das dir nicht ge­hört. Emma war deine Ge­fähr­tin für die­sen Club, für die Stun­den, in denen ihr euch ge­trof­fen hat. Du hast sie gehen las­sen, weil du hei­ra­test, um ein Leben vol­ler Va­nil­la­t­räu­me zu füh­ren. Bitte, aber du kannst ihr nicht vor­grei­fen und ihr Leben be­stim­men oder wer und was nach dir kom­men soll. Und ich lasse mich nicht vor dei­nen Kar­ren span­nen, Ruben. Emma ist ge­gan­gen, und sie war sauer, falls es dir ent­fal­len ist. Ihr Hand­ab­druck leuch­tet in dei­nem Ge­sicht. Ich kann sie ver­ste­hen, und ich kann nicht glau­ben, dass du so blind bist und deine Ohren auf Durch­zug ge­stellt hast.“
Er pack­te die Schul­tern sei­nes Freun­des und sah ihm di­rekt in die Augen.
„Du hast dich in eine Idee ver­rannt. Lass es gut sein.“
Ced­ric ver­ab­schie­de­te sich von Ruben.
„Wir sehen uns mor­gen auf dei­ner Hoch­zeit.“
Als er in sein Hotel zu­rück­kehr­te und die Tür hin­ter sich schloss, blick­te er sich im Raum um. Das Mond­licht schien durch die Fens­ter, und noch immer be­herrsch­te Emma seine Ge­dan­ken. Es im­po­nier­te ihm, wie sie re­agiert hatte. Trotz ihrer Un­er­fah­ren­heit als De­vo­te, besaß sie eine deut­li­che Stim­me, ein ge­sun­des Selbst­be­wusst­sein und einen star­ken Wil­len. Doch warum ließ ihn die Idee nicht mehr los, sie be­herr­schen zu wol­len? Nicht im üb­li­chen Sinne, wie er es ge­wohnt war. Etwas in ihm woll­te mehr von ihr als nur die Hin­ga­be und Ge­fü­gig­keit für eine Ses­si­on. Es war ab­surd, un­mög­lich und ver­rückt. Ced­ric setz­te sich in einen der ge­müt­li­chen hohen Ses­sel und starr­te die Schat­ten an der Wand an. Dass er über­haupt einen Ge­dan­ken daran ver­schwen­de­te, sah ihm nicht ähn­lich. War es wirk­lich so un­mög­lich?

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